Neues Gesundheitszentrum in Ndinyika in Tansania in Planung

Unter Einbindung des Hirtenvolkes der Massai soll mittels einer Architektur mit kulturverbindenden Gestaltungselementen ein Gesundheitszentrum entstehen.

Skizze: Max-Werner Kahl

Kronberg. – Die Gemeinschaft der Holy Spirit Sisters, deren internationale Vertretung sich in Königstein befindet, beabsichtigt ein viergliedriges Gesundheitszentrum inmitten eines Massaigebiets zu errichten. Das mutige Projekt befindet sich zirka 1,5 Stunden von der Kilari Farm entfernt, auf der sich unter anderem die erfolgreiche Deutsch-Afrikanische Begegnungsstätte, das Amani-Haus, befindet.

Besuchergruppen aus aller Welt sind dort immer wieder willkommene Gäste der Schwestern. Die Kronberger Architektenplanung ist soweit fertig, die Einheimischen produzieren die „Bricks“, das heißt, die Mauersteine, sodass noch in diesem Jahr mit dem 1. Bauabschnitt, dem Rohbau, begonnen werden kann.

Die neu gewählte Regional Superior Sr. Dorothea Lazaro wird das neue Projekt gemeinsam mit ihrer seit 1964 erfolgreichen Gemeinschaft sowie den gut ausgebildeten Krankenschwestern verantwortlich betreuen.

„Das stolze, traditionsbewusste Hirtenvolk der Massai soll aktiv in das Vorhaben eingebunden werden“, erklärt der Kronberger Architekt und langjähriger Förderer der Projekte vor Ort, Max-Werner Kahl.

Hilfe für die sesshafte Massaibevölkerung

Das Volk der Massai, etwa 500.000 bis 1Millionen Menschen, ist vorwiegend in der Serengeti in Tansania sowie in der Masai Mara und dem Amboseli Nationalpark in Kenia beheimatet. Die Regierungen der beiden Länder

haben auf unterschiedliche Weise in Entwicklungsprogrammen versucht, auf einen Übergang der Massai zur sesshaften Lebensweise hinzuwirken. „Der Erfolg war allerdings bescheiden“, so Kahl.

Das Leben der Massai dreht sich um das Rind, sie leben in Hütten, in denen auch Kleintiere schlafen. Da die meisten Massai weder lesen noch schreiben können, sind sie oft nicht in der Lage, ihre Interessen zu vertreten. Um als Frau den vielen Zwangsritualen zu entkommen, bleibt einem modernen Massai-Mädchen nur die Flucht aus der Gesellschaft.

Eine Bedrohung für die Massai ist unter anderem die Ausbreitung des HIV-Virus, begünstigt durch die polygame Lebensweise und das Fehlen medizinischer Grundversorgung.

Kulturverbindende Gestaltungselemente

Das Gesundheitszentrum wird mitten im Massaigebiet, in LeKrumuni im Distrikt Siha, am Fuße des Kilimandscharo realisiert. Geplant ist, der Bevölkerung vier große Gesundheitshäuser zur Verfügung zu stellen.

Der traditionelle Lebensraum der Massai ist ihr Siedlungs- und Weidegebiet. Die typischen runden Hütten, genannt Boma, sind aus getrocknetem Kuhdung, Lehm und einzelnen Holzpfosten hergestellt. In einem verbindenden Gestaltungselement, einer nachgebauten Boma, werden die Hilfesuchenden von den Schwestern empfangen. Von dort geht es dann weiter in eine moderne Krankenstation.

Ein symbolischer Übergang in eine andere Zvilisation. „Ein Stück Kunst am Bau, ein Stück Hilfe zur Selbsthilfe“, so drückt es Kahl aus. Angedacht ist, dass die Massaibevölkerung unter anderem das Empfangsgebäude mitgestaltend herrichtet, informiert er weiter über das Projekt, für das er die Pläne entworfen hat. Möglichst noch vor der Regenzeit soll mit dem ersten Gebäude begonnen werden. Die Kosten für ein Gebäude werden auf ca. 45 000 Euro veranschlagt. Davon sind

etwa 75 Prozent durch Spenden abgedeckt. Die nächsten Bauabschnitte sollen dann Zug um Zug, je nach Spendenaufkommen, realisiert werden. Im Herbst 2019 wird eine Reisegruppe das Projekt besichtigen können.

Interessenten können sich gerne bei Max-Werner Kahl unter der Telefonnummer 06173-940400 melden. Weitere Informationen gibt es unter www.magnificat-tanzania.de. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das unter folgendem Konto der Heilig-Geist-Schwestern tun: Stichwort: Gesundheitszentrum der Heilig-Geist-Schwestern/Ndinyika, HGS Internationale Leitung e.V., IBAN: DE 43501900006300217450. Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden.

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