190 Einsätze bei der Oberhöchstädter Wehr 2018 – ein deutlicher Anstieg

Stadtbrandinspektor Gunnar Milberg (rechts) und Wehrführer Marcus Lawritsch (Zweiter von rechts) mit den zahlreichen Beförderten. Foto: Westenberger

Oberhöchstadt (mw) – Die Feuerwehr Oberhöchstadt blickte am vergangenen Freitag auf das mit 190 Einsätzen der Oberhöchstädter Wehr einsatzstarke Jahr zurück. Wie der Wehrführer Marcus Lawritsch mitteilte, war das zum Vorjahr 2017 mit 125 Einsätzen ein deutlicher Anstieg. Die Einsätze verteilten sich auf 13 Brandeinsätze, 164 Hilfeleistungen, vier Brand-Sicherheitsdienste und neun Fehlalarme.

Ein 20-stündiger Einsatz wurde den Feuerwehrleuten nach dem schweren Gewitter, das am 9. Juni 2018 über Kronberg hinweggefegt war, abverlangt. 200 Einsatzstellen waren anzufahren und rund 220 Einsatzkräfte waren unterwegs, berichtete Wehrführer Marcus Lawritsch. Mehr als 50 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer knappen halben Stunde verursachten überflutete Keller und Geschäftsräume in ganz Kronberg, wobei die Schwerpunkte auf den Stadtteilen Schönberg und Oberhöchstadt lagen, berichtete er. Feuerwehrkräfte waren aus Bad Homburg, Oberursel, Königstein, Steinbach, Schmitten, Friedrichsdorf, Glashütten, Weilrod, Neu-Anspach, Usingen und Grävenwiesbach zur Verstärkung angefordert worden. Erwähnenswert fand der Wehrführer einen besonders schweren Verkehrsunfall auf der Kreisstraße 768 mit einem Traktor und zwei PKW. Dort konnten die Feuerwehrleute den Fahrer eines Golfes, der erheblich verletzt war, aus seinem Autowfrack befreien, um ihn dann zur weiteren ärztlichen Versorgung an den Rettungsdienst weiterzureichen. Auch der Brand eines dreistöckigen Baumhauses war den Feuerwehrleuten noch äußerst präsent: Gemeldet worden sei nämlich zunächst eine brennende Feldfläche, erzählte der Wehrführer. „Vor Ort im Oberen Thalerfeldweg konnte aber ein größeres dreistöckiges Gartenhaus festgestellt werden, welches bereits in voller Ausdehnung brannte“, berichtete er den Kameradinnen und Kameraden, die der Einladung zur Jahreshauptversammlung in den Saal über dem Feuerwehrgerätehaus in Oberhöchstadt zahlreich gefolgt waren. „In der betroffenen Hütte befanden sich mehrere Gasflaschen, von denen zwei im Feuer explodiert waren.“

„Heute gilt es, herzlichen Dank an unsere Mannschaft, auch im Namen meines Stellvertreters Thomas Schweitzer, für ihre geleistete Arbeit und die tatkräftige Unterstützung in unserem zehnten Jahr als Wehrführung auszusprechen“, so Lawritsch. Die Einsatzabteilung zählt insgesamt 48 Mitglieder, davon fünf Frauen. Außerdem freute er sich über viele Beförderungen, die an diesem Abend vorgenommen werden konnten. Befördert wurden zum Feuerwehrmann-Anwärter Corinna Krieger, Gari Ivanov, Emil Sonntag und Christian Porr. Zum Feuerwehrmann ernannt wurden Bero Siegert, Steffen Hildmann, Gilbert Sonntag und Manuel Geiler. Zum Löschmeister befördert wurde Maximilian Gutbell, zum Oberlöschmeister Axel Schweitzer und Markus Kauth und Alexander Berner konnten zum Hauptfeuerwehrmann befördert werden.

Zuvor schon hatte der Vorsitzende der Oberhöchstädter Wehr, Matthias Bauer, die Kameradinnen und Kameraden begrüßt und einen Rückblick auf die Veranstaltungen des abgelaufenen Jahres gegeben, den Neujahrsempfang, den Tag der offenen Tür, die Oberhöchstädter Kerb und einige Veranstaltungen mehr. Die Zahl der Mitglieder der Oberhöchstädter Feuerwehr sei erfreulicherweise gleich geblieben, zum Stichtag am Jahresende waren es 576 Mitglieder, informierte er. Er danke in dem Zusammenhang den Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen der zahlreichen Veranstaltungen beigetragen hatten, und er bedankte sich bei den örtlichen Vereinen, der Kronberger Wehr sowie den Verantwortlichen und Mitarbeitern der Stadt Kronberg. „Ohne all deren Hilfe hätten wir die Veranstaltungen gar nicht durchführen können.“ Auch Stadtbrandinspektor Gunnar Milberg, der zum letzten Mal in dieser Funktion an der Jahreshauptversammlung teilnahm, dankte allen, intern als auch extern, herzlich für die „gute Zusammenarbeit in all den Jahren“. Er freute sich besonders auf die Überraschung, die der Erste Stadtrat Robert Siedler (parteilos) für die Oberhöchstädter Feuerwehr im Gepäck hatte. Der hatte nicht nur die besten Wünsche stellvertretend für den Bürgermeister, der im Urlaub weilte, dabei, sondern die Zusage für ein neues Löschfahrzeug (HLF 20). „Sie sehen, Dinge auf kommunaler Ebene können auch zügig funktionieren“, meinte er schmunzelnd und dankte der Feuerwehrmannschaft und ihren Familien für ihre Kameradschaft und ihren Einsatz im vergangenen Jahr.

Die Feuerwehr hat im Jahr 2018 insgesamt 24 Übungen und Unterrichtsabende für die gesamte Einsatzabteilung durchgeführt. Bei der Jugendfeuerwehr gab es 39 Übungsabende, 30 davon wurden für die feuerwehrtechnische Ausbildung genutzt, neun Abende wurden der allgemeinen Jugendarbeit gewidmet, Film- und Spieleabende, so berichtete Jugendfeuerwehrwart, Robert Weidmann. Die 15 Jugendlichen (davon 1 Mädchen) waren auch bei zahlreichen Veranstaltungen aktiv: Beim Tag der offenen Tür, Gemeinschaftsübungen mit den Jugendfeuerwehren Kronberg, eine Freizeit nach Ballenstedt über Pfingsten mit gemeinsamen Aktivitäten der dortigen Jugendfeuerwehr, die Ausrichtung der Tombola bei der Oberhöchstädter Kerb und die Teilnahme am Oberhöchstädter Weihnachtsmarkt. Gemeinsam mit der Minifeuerwehr waren die Nachwuchsfeuerwehrkräfte auch an der Waldreinigung beteiligt. Die Jugendfeuerwehr trifft sich übrigens immer mittwochs von 17.30 bis 19 Uhr, die Minifeuerwehr im zweiwöchigen Rhythmus donnerstags in der Zeit von 17.30 bis 18.30 Uhr. Auch hier liegt die Gruppenstärke bei derzeit 15 Kindern, wie der Miniwart Helmut Berner mitteilte. Die Minis unternahmen unter anderem einen Ausflug in die Lochmühle und besichtigten die Leitstelle in Bad Homburg. Wie der Jugendwart verriet, blickt die Jugendfeuerwehr dieses Jahr auf 60 Jahre Jugendarbeit zurück und plant aus diesem Anlass verschiedene Aktivitäten und Aktionen. „Auch der Tag der offenen Tür sowie die Kerb werden im Zeichen des Jubiläums stehen“, teilte Weidmann mit.

Traditionsgemäß spielte zur Jahreshauptversammlung auch der Musikzug der Oberhöchstädter Feuerwehr zur Ehrung der Verstorbenen, der, ebenfalls wie die Alters- und Ehrenabteilung, aus dem vergangenen Jahr berichtete.

Turnusgemäß nach drei Jahren als Pressesprecher wiedergewählt wurde Eric Groß. Michaela Müller wurde zur Schriftführerin gewählt sowie Benedikt Kümmel zum Vertreter der Einsatzabteilung, Rudolf Bauer zum Vertreter der Ehren- und Altersabteilung, Heike Zweifel zur Vertreterin der Musikabteilung und Axel Schweitzer zum Kassenprüfer.

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