AiA ganz im Zeichen von E-Mobilität

Trotz des durchwachsenen Wetters ist die Adenaueralle bei der AiA nicht nur gesäumt von Autos aller Art, sondern ebenso von zahlreichen interessierten Besuchern.Foto: Theuner

Von Sebastian Theuner

Oberursel. Seine Grußworte zur Eröffnungsrede nutzte Bürgermeister Hans-Georg Brum, um den Besuchern die ultimative To-do-Liste für die 22. Auflage von „Autos in der Allee“ (AiA) an die Hand zu geben: „Autos angucken, aufs Bierfest, und dann mit dem Taxi nach Hause.“ Trotz des Regenwetters folgten zahlreiche Menschen dem Vorschlag des Bürgermeisters, um sich auf Hessens drittgrößter Autoschau von Fortbewegungsmitteln aller Art inspirieren zu lassen.

Ob der eine oder andere beim Verlassen des AiA-Geländes tatsächlich nicht mehr fahrtüchtig gewesen ist, steht freilich auf einem anderen Blatt geschrieben. Dass die Präsentation von insgesamt 220 Neuwagen, Autos von klein bis groß, vom schnuckeligen Kleinwagen über Hybridfahrzeuge, kompakte SUVs bis hin zum sportlichen Flitzer und darüber hinaus gar Wohnwägen, Lkw und Elektrorollern trotz der ungemütlichen Witterung auch in diesem Jahr Interessierte aus nah und fern anlockte, ließ sich aber schon kurz nach den Eröffnungsworten Brums am Samstagvormittag feststellen. Er hatte sich zuvor stolz über die Größe der AiA gezeigt und auf das vielfältige Angebot der Automobilbranche in Oberursel verwiesen.

Auf Kunden zukommen

Auch Michael Reuter, Vorsitzender des veranstaltenden fokus O., und Brunnenkönigin Pia I. mit ihrem Brunnenmeister Mathias sprachen auf der Bühne an der Bärenkreuzung einige Grußworte. Nicht nur für die Stadt selbst, auch für viele der Autohäuser aus der Region hat die zweitägige Ausstellung auf der Adenauerallee und in der Innenstadt längst Tradition und ist ein Pflichttermin. MTS Automobile ist seit 2011 auf der AiA vertreten. „Wir sind in Obeursel ansässig, es gehört dazu, hier präsent zu sein“ sagt Geschäftsführer Renato Contardi. Insgesamt umfasst das Angebot des Autohauses acht Marken, von Skoda über Fiat und Alfa Romeo bis Jeep. Damit „haben wir die größte Markenvielfalt im Hochtaunuskreis“, erzählt Verkaufsleiter Christian Korotaj – und gleichzeitig auch die größte Ausstellung auf der diesjährigen AiA.

„Wir treffen hier auf Menschen, die sonst gar nicht zu uns gekommen wären“, begründet Korotaj die Präsenz auf der Autoschau. Es gehöre dabei zur Wertschätzung der eigenen Kunden, selbst auf diese zuzukommen, das persönliche Gespräch zu suchen. „Hier geht es nicht immer nur ums Geld verdienen.“

Das MTS-Highlight ist in diesem Jahr jedoch nicht rund um die Bärenkreuzung, sondern etwa 1,5 Kilometer südöstlich auf der Frank- furter Landstraße zu finden. Dort eröffnet Ende Juni der neue Standort, laut Korotaj „ein modernes Autohaus mit toller Lage“, welches insgesamt sechs Marken führen wird. In der AiA sieht Korotaj über das eigene Angebot hinaus ein Event mit gutem Bekanntheitsgrad und eine bemerkenswerte Vielfalt, die viele Marken und fast jede Antriebsart umfasst.

Angelo Romanco Smith schätzt an der AiA die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmen auszutauschen: „Das ist wie eine Kontaktbörse.“ Sein eigenes präsentiert der Oberurseler ganz in schwarz. Der große Pavillon auf dem Epinay-Platz sowie Tische und Bänke, an denen er Interessierten seine Geschäftsidee näherbringt, sind in dunkler Farbe gehalten – umso mehr fallen die glitzernden Sportwagen links und rechts des Standes sowie die goldfarbene Aufschrift am Zelt ins Auge: „BLACKGOLD Rally“.Unter diesem Namen bietet Romanco Smith Touren durch ganz Europa an, von Frankfurt über Mailand und Barcelona nach Ibiza, von Göteborg über Hamburg bis nach München. Dabei „geht es nicht um Geschwindigkeit“, wie der Geschäftsführer und Inhaber betont, „das sind eher entspannte Ausfahrten.“

Besondern Wert legt er auf den Wohlfühlcharakter seiner Touren. Abends geht’s zum Essen in Sterne-Restaurants und anschließend zum Feiern in angesagte Clubs. Maximal 30 Teilnehmer umfassen die Ausfahrten, was eine persönliche Atmosphäre ermöglichen soll. Die Autoenthusiasten gehen dabei jeweils mit ihrem eigenen Gefährt an den Start, Vorgaben gibt es aber nicht: „Alle Autos sind möglich, die Leute können auch mit ihrem Smart kommen.“ Vielmehr ist ihm das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe wichtig.

Kleinfahrzeuge auf dem Vormarsch

Ein Schwerpunkt der AiA 2019 war – wie sollte es anders sein – Elektromobilität. In Zeiten von Diskussionen um Feinstaubbelastung und Fahrverborte ist die Autobranche „im Wandel, es gibt viele Innovationen, viele Veränderungen“, so Brum. Von diesen konnten sich die Besucher zu Hauf überzeugen, etwa bei der Ausstellung des Autohauses Kreissl, die mit dem Ford Mondeo Hybrid aufwartete. Auch im Luxussegment wird auf Elektro gesetzt, wie der imposante Audi Q7 e-tron auf dem Epinay-Platz bewies.

Innovativ kamen auf der AiA aber auch die mit zwei Rädern ausgestatteten Gefährte daher. Segways, Elektro-Tretroller, E-Cross-Maschinen – all das hat der Frankfurter Händler „Einfallsreich!“ zu bieten. So richtig losgelegt hat das Geschäft aus der Klassikstadt in Frankfurt-Fechenheim erst im Januar dieses Jahres, auch auf der AiA war man erstmals vertreten, wie Patryk Denel erzählt. „Große Läden, die sich auf unser Segment spezialisieren, gibt es wenige in Deutschland, etwa vier bis fünf“, berichtet er. Highlights der zahlreiche Hersteller umfassenden Auswahl sind die E-Tretroller Metz Moover und BMW X2 City, die seit Kurzem auch offiziell auf deutschen Straßen gefahren werden dürfen. „Andere Länder sind da schon viel weiter als wir“, sagt Denel, doch ändere sich die Gesetzeslage momentan, und so ist er sich sicher, dass sich E-Mobilität in Kleinstfahrzeugen auch hierzulande schnell weiterverbreiten wird.

Dauergast auf der AiA ist das Autohaus Koch, Familienunternehmen und Volkswagenhändler aus Oberursel. Inhaber und Geschäftsführer Rüdiger Koch führt das Unternehmen bereits in sechster Generation. Angefangen habe man vor über 200 Jahren mit Pferden und Kutschen, erzählt er. Davon ist freilich nichts übriggeblieben, die diesjährige VW-Ausstellung auf der AiA stand ganz im Zeichen des SUV. Wobei darüber hinaus „von ganz groß bis ganz klein alles dabei ist“, wie Koch unterstreicht. Sein persönlicher Favorit sei der Amarok, sagt er und deutet zu dem kraftvollen Lifestyle-Pickup hinüber. Für das Traditionsunternehmen ist die Oberurseler Autoschau das wichtigste Event im Jahr. „Bei uns kommen Leute ins Haus, die uns vorher auf der AiA gesehen haben“, ist sich Koch der Wichtigkeit eines werbewirksamen Auftritts bewusst.

Zum Abschluss aufs Bierfest

Auch das Rahmenprogramm an den beiden Wochenendtagen stand den zumeist motorisierten oder elektrisierten Hauptattraktionen in nichts nach. Für die musikalische Untermalung sorgten am Samstag die Band „Springtime Experience“ und am Sonntag die Combo „Jazz Confusion“ von der Musikschule Oberursel. In der Henchenstraße warteten Feuerwehr und THW mit großen Einsatzfahrzeugen auf, auch das Rote Kreuz war vor Ort. Die Geschäfte in der Innenstadt nutzten das rege Treiben und öffneten auch am Sonntag ihre Türen. Zur echten Schlemmermeile verwandelte sich die Kumeliusstraße, hier wurden allerlei Leckereien für die Stärkung zwischendurch angeboten. Food Trucks am Rathausplatz komplettierten das kulinarische Angebot. Dort erwartete die Besucher auch das dritte Oberurseler Bierfest, wo Brauer und Gastronomen zur Bierverkostung einluden. Nach Autogucken, Probesitzen und Beratungsgesprächen ein geeigneter Schlusspunkt für einen langen Tag auf der AiA.

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