Lichtblicke für das neue Jahr 2026

Der festlich geschmückte Gewölbekeller.Foto: OhO

Oberursel (sis). Wenn in Orschel die Lichterketten leuchten und der Duft von Glühwein durch die Straßen zieht, gibt es Menschen, für die Weihnachten keine Zeit der Geborgenheit ist. Für sie bedeutet der Winter Kälte, Einsamkeit und das Gefühl, übersehen zu werden. Nach 2023 mit einem Weihnachtsessen gestartet, folgten in 2024 und diesem Jahr zwei Abende, um eben diesen Menschen zumindest für einen Abend etwas von dem zurückzugeben, was diese Jahreszeit im Innersten ausmacht: Wärme, Würde und Menschlichkeit.

Insgesamt wurden am Mittwoch, 17. Dezember und Donnerstag, 18. Dezember 2025, 180 Gäste im Gewölbekeller des Alt-Oberuseler Brauhauses von den Vorstandsmitgliedern „Orscheler helfen Orschelern“ bewirtet. Und weil Weihnachten ein Familienfest ist, ließen es sich die Kinder der beiden Vorstandsdamen, Marc, Benjamin und Annabel, nicht nehmen, tatkräftig mit anzupacken. Die Jungs managten professionell die Theke, Annabel hingegen hatte den großen Raum mit seinen rund 90 Sitzplätzen voll im Griff, delegierte alle Unterstützer, als ob sie noch nie etwas anderes gemacht hat.

Während für viele Menschen Weihnachten ein Fest der Familie, der Wärme und der Geborgenheit ist, erleben andere diese Tage in Einsamkeit, Kälte und Unsicherheit. Genau hier setzt „Orscheler helfen Orschelern“ an: Sie schaffen für einige Stunden einen Ort, an dem Not und Ausgrenzung in den Hintergrund treten dürfen und helfen ad hoc!

Im festlich geschmückten Gewölbekeller wurde ein klassisches Weihnachtsmenü serviert: gestartet wurde mit einer Maronensuppe, gefolgt von der Gans in Kombination mit Maronen, Rotkohl und Klößen und der Kaiserschmarrn rundete die Kulinarik ab - begleitet wurden die drei Gänge von einer Engelsfrau (Ulrike Studanski), die neben vielen lieben Worten und Geschichten auch die klassischen Weihnachtslieder dabei hatte, die gemeinsam gesungen wurden und die mit ihren Texten für Gänsehautmomente sorgten. „Und genau deswegen machen wir die Abende, für diesen schönen Moment, der hoffentlich bei allen in langer Erinnerung bleibt und der Hoffnung für das neue Jahr schenkt“ richtet mit sichtlich bewegter Stimme Zaklina Koch ihre Worte an die Gäste.

Stille Momente der Begegnung

Freiwillige Helfer, ebenso wie bekannte Persönlichkeiten, wie Bürgermeisterin Antje Runge am ersten Abend und Vertreter des Hochtaunuskreises Ulrich Krebs und Thorsten Schorr am zweiten Abend, nahmen sich Zeit, hörten zu und schenkten Aufmerksamkeit – etwas, das für viele Gäste oft ebenso wertvoll ist wie das Essen selbst.

Umso überraschter dürfte ein 40-jähriger Mann gewesen sein, der an diesem Abend ein Jobangebot erhalten hat, ebenso eine Frau, die misshandelt wurde und schwerbehindert ist, und die die Hoffnung auf eine neue berufliche Herausforderung schon aufgegeben hatte und gerade deswegen zukünftig wieder arbeiten sollte oder aber die Familie, der man direkt einen Handwerker/Installateur vermittelt hat (Firma Bernd Frey) und die junge, teils zahnlose Dame, der man einen Zahnarzttermin koordiniert hat.

Während am ersten Abend überwiegend ukrainische Gäste den Raum füllten, waren es am zweiten Abend Orscheler, Familien und Rentner, die seit vielen Jahren in Oberursel wohnen und die aus unterschiedlichsten Gründen in Not geraten sind. Das inzwischen zur Tradition gewordene Weihnachtsessen ist mehr als eine soziale Veranstaltung und Anja Fischer, die seit Anbeginn dabei ist, bringt es treffend auf den Punkt: „Wenn es einem selbst gut geht, muss man auch etwas zurückgeben“. Es ist ein stilles Zeichen der Menschlichkeit in einer Zeit, die nicht für alle von Licht erfüllt ist. „Man muss gar nicht weit schauen oder fahren, um Menschen anzutreffen, denen es nicht so gut geht“ zeigt die Vergangenheit so Anita Funke. „Keiner muss Scheu haben, sich bei uns zu melden, wir helfen gerne und haben alle so viele Kontakte, so dass sich der Kreis mit unserem Motto: „Orscheler helfen Orschelern“ schließt“. Wir sind jedes Mal so ergriffen, welche Dankbarkeit uns widerfährt, egal ob bei den Weihnachtsessen oder bei jedem einzelnen Schicksal, und das zeigen uns die Betroffenen durch eine innige Umarmung oder aber ein stilles Danke unter Tränen, ergänzt Zaklina Koch, die auch jetzt ihre Tränen nicht mehr zurückhalten kann.

Alle spürten an diesem Abend, dass sie nicht alleine sind und Orscheler zusammenhalten, egal, woher man stammt oder wieso man in Not geraten ist. Ein Fest der Liebe, wie wahr und mit Gänsehautmomenten.

Natürlich durfte an diesen Abenden der Weihnachtsmann nicht fehlen, der Geschenke für die Familien mitbrachte – eine Kino-Gutscheinrolle und Süßigkeiten für weitere, gemeinsame Stunden innerhalb der Familien.

„Orscheler helfen Orschelern“ erinnern mit ihrem täglichen Engagement daran, dass es nicht nur zu Weihnachten heißt, hinzusehen, Mitgefühl zu zeigen und diejenigen nicht zu vergessen, denen es nicht so gut geht, zu denen auch die Frauen des Frauenhauses in Oberursel gehören, für die ganz spontan ein Wunschbaum bis Silvester organisiert wurde, mit Wünschen, für einen besseren Alltag wie Kleidung, Schuhe, Kosmetik und Pflegeartikel. Für einen Moment entsteht so ein Gefühl von Gemeinschaft – zerbrechlich, aber kostbar – das vielen Menschen Hoffnung schenkt, für diesen einen Augenblick aber auch für ein hoffentlich besseres Jahr 2026, was ihnen zu wünschen sei!

Voller Zuversicht schaut der Verein “Orscheler helfen Orschelern“ deswegen ins neue Jahr 2026, in dem zu Ostern wieder im Rushmoorpark Ostereier gesucht werden dürfen, die geplanten Sommerferienspiele für hoffentlich doppelt so viele Kinder wie im vergangenen Jahr und der Blick wird in 2026 vor allem auf die Orscheler Senioren fallen, verrät Klaus-Dieter Peter, Vorstand des Vereins, für weniger Einsamkeit und mehr Freude – unter anderem auf den hiesigen Gewässern, so viel sei verraten…

Melden ausdrücklich erwünscht!

Hilfesuchende aus Oberursel und Spender aber auch Firmen, auf deren Dienstleistungen der Verein im Notfall zurückgreifen darf.

Nähere Informationen bietet das Internet unter: https://orscheler-helfen-orschelern.de/kontakt/.

Auch eine direkte Kontaktaufnahme zu Zaklina Koch ist ausdrücklich erwünscht per E-Mail an info[at]orscheler-helfen-orschelern[dot]de.

Die Crew des zweiten Abends von „Orscheler helfen Orschelern“.Foto: OhO

Die Crew des ersten Abends bei „Orscheler helfen Orschelern.Foto: sis

Der Weihnachtsmann war auch dabei.Foto: sis

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