Oberursel ist eine sichere Stadt

Hochtaunus (as) – Der Hochtaunuskreis gehört zu einem der sichersten Landkreise in Hessen. Das besagt die polizeiliche Kriminalitätsstatistik für das Land Hessen. In der darin wichtigsten Kennzahl, das ist die sogenannte Häufigkeitszahl (die Anzahl der erfassten Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner), hat es im vergangenen Jahr 3.686 erfasste Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner gegeben. Das waren noch einmal etwas weniger als im Vorjahr, als eine Häufigkeitszahl von 3.715 Straftaten erfasst wurde. Im Bereich des Polizeipräsidiums Hessen (mit einer insgesamt gestiegenen Häufigkeitszahl auf 5.037) vor allem bedingt durch die Stadt Wiesbaden) war nur der Rheingau-Taunus-Kreis noch sicherer.

Innerhalb des Kreises lag Oberursel in der Statistik über dem Kreisschnitt, jedoch unter dem Durchschnittswert des Polizeipräsidiums Westhessen und dem gesamten Bundesland. In Oberursel ging die Häufigkeitszahl gegenüber dem Jahr 2024 von 4.208 eicht zurück auf 4.140. „Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik bestätigen das hohe Sicherheitsniveau im Hochtaunuskreis. Prävention und polizeiliche Präsenz leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag“, wird Iris Müller, Leiterin der Polizeidirektion Hochtaunus, in der Kriminalitätsstatistik zitiert.

Für das gesamte Bundesland wurden 6.002 Straftaten je 100.000 Einwohner erfasst, was einen leichten Rückgang um 2,9 Prozentpunkte bedeutet.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Bezirk des Polizeipräsidiums Westhessen, zum dem neben den erwähnten Kreisen auch der Main-Taunus-Kreis und der Kreis Limburg-Weilburg zählen, 56.851 Straftaten erfasst (+6,3 Prozent), die Aufklärungsquote verbesserte sich leicht um 2,7 Prozentpunkte auf 58,1 Prozent.

Die lokal insgesamt guten Zahlen, die sich auch im Bundestrend wiederfinden, haben aber auch ihre Schattenseiten. Widerstand und tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, Gewaltkriminalität einschließlich häuslicher Gewalt und Wohnungseinbrüche haben zum Teil deutlich zugenommen. So gab es 2025 im Hochtaunuskreis 47 Angriffe auf Vollstreckungsbeamte (nach 38 im Jahr 2024 und 30 im Jahr 2023). Ein Präventionsansatz hierzu ist: „Cops im Dialog“, ein Format, das bereits an Schulen ansetzt und das Rechtsverständnis, das Vertrauen und den Respekt von Jugendlichen gegenüber der Polizei und anderen „Blaulichtorganisationen“ stärken soll.

Auch Wohnungseinbrüche haben im Vorjahr im HTK von absolut 285 auf 346 zugenommen, die Aufklärungsquote von rund 10 Prozent ist in diesem Bereich schon immer besonders niedrig, wenn auch verbessert. Die Antwort der Polizeidirektion Hochtaunus: Es werden individuelle Beratungen zu besseren Sicherheitsvorkehrungen für Privathaushalte angeboten (166 hatte es im Jahr 2025 gegeben). Und die Polizeipräsenz wurde intensiviert, insbesondere in Vierteln, die von Einbrüchen vermehrt betroffen sind.

Gewalt als „gesamtgesellschaftliches Phänomen“ beklagt auch die Polizei, und die zunehmende Gewaltbereitschaft lässt sich natürlich auch in der Statistik ablesen. Im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Wiesbaden stiegen die Körperverletzungsdelikte um 1.208 Fälle auf 7.470 Fälle, was einen Anstieg von 19,3 Prozent bedeutet.

Ein besonderes Augenmerk der Statistik lag auf der häuslichen Kriminalität. Hier gab es 388 erfasste Fälle im Hochtaunuskreis nach 320 im Vorjahr – im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen stieg die Zahl um 393 auf 2.320. Meist geht es hierbei um körperliche Gewalt. Auf ganz Hessen bezogen wurden 2025 neun Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet, 20 überlebten Tötungsversuche.

Und die Dunkelziffer dürfte gerade auf dem Deliktfeld der häuslichen Kriminalität noch um einiges höher liegen, da Straftaten in diesem Bereich nur selten angezeigt werden. „Mit einem offenen und transparenten Blick auf diese Zahlen wollen wir dieses Phänomen in der Gesellschaft klar präsent machen und Opfern das Signal geben: Sie sind nicht alleine! Jede angezeigte Tat bedeutet, ein Mensch hat den Mut gefunden, Hilfe zu suchen – wir schaffen somit Licht in das immer stark präsente Dunkelfeld. Betroffene brechen das Schweigen – wir sind als Polizei erreichbar und setzen unsere Maßnahmen in diesem Kontext konsequent durch“, betonte Stefanie König, die Leiterin der Abteilung Einsatz. Das Polizeipräsidium Westhessen engagiere sich neben der Strafverfolgung in diesem Deliktfeld und der damit einhergehenden Opferbetreuung in diversen präventiven Veranstaltungen wie beispielsweise dem Orange Day.

Rückläufig war im vergangenen Jahr zum Beispiel die sogenannte Straßenkriminalität, und zwar deutlich. Die Initiative „Innenstadtoffensive“ zeige hier ihre Wirkung, so die Einschätzung der Polizei. Fallend waren auch die Zahlen bei der Jugendkriminalität, der Rauschgiftkriminalität, bei den Fahrraddiebstählen und – trotz gestiegener Gewaltbereitschaft – der „Kriminalität gegen das Leben“.



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