Hochtaunus (kw) – Auch in diesem Jahr hat die FDP Königstein zum traditionellen Heringsessen eingeladen. Diesmal fand es vermutlich ein letztes Mal im Restaurant „Zum Burgblick“ im Falkensteiner Bürgerhaus statt. Unter den 70 Gästen befanden sich der Kreistagsvorsitzende Renzo Sechi sowie Vertreter verschiedener Fraktionen aus den Stadtverordnetenversammlungen von Kronberg und Königstein. Angesprochen auf die gute Stimmung des Abends erläutert der Königsteiner FDP-Vorsitzende Ascan Iredi: „Ich würde hier gerne 2027 noch einmal einladen, aber die Stadtverwaltung macht mit ihren Abrissplänen für das Bürgerhaus Tempo.“
Höhepunkt des Abends war eine angeregte Diskussion über die Ziele der Kreistagspolitik für die kommenden fünf Jahre. Holger Grupe, der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, und Ascan Iredi, FDP-Spitzenkandidat im Hochtaunuskreis, erläuterten, wie der Kreis die Wirtschaft besser fördern könne, welche Schritte angesichts zunehmender Unwetterereignisse zur Verbesserung der Sicherheitslage nötig seien und wie man sich bei verkehrspolitischen Herausforderungen positionieren müsse.
Mit der CDU sei man sich einig, dass das vorbildliche Schulbauprogramm fortgesetzt werden müsse. „Allerdings darf es bei den Investitionen keine Unterbrechung geben! Wir sehen ja, was ein Investitionsstau beispielsweise mit unserer Verkehrsinfrastruktur angerichtet hat“, mahnte Iredi.
„Die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen muss beschleunigt werden. Erschreckend, mit welchem Tempo die Kreisverwaltung hier vorangeht. Unser letzter Antrag zur Nutzung von KI wurde im Kreistag von der Mehrheit abgeschmettert“, ärgert sich Gruppe. „In Estland können 90 Prozent der Behördengänge digital geschehen, in Deutschland nur circa 62 Prozent.“
Auch Umweltschutzfragen seien gerade im Naturpark Hochtaunus ein wichtiges Thema. „Windkraftanlagen gehören nicht auf den Taunuskamm“, stellte Iredi klar.
Kreisumlage sollte sinken
Natürlich spielten auch die Finanzen eine große Rolle. „Die Kreisumlage muss reduziert werden, damit das Geld in den Kommunen bleibt, um beispielsweise die Vereine vor Ort zu fördern. Wenn mit einem Immobilienkonzept kreiseigene Liegenschaften vermarktet werden, fließt auch wieder Geld in die Kasse. Leider war die letzte Erfahrung – wie beim Verkauf des kreiseigenen Grundstücks des ehemaligen Kreiskrankenhauses – ein sehr ernüchterndes Beispiel, wo wir uns einen wesentlich höheren Erlös gewünscht hätten. Gruppe ergänzt: „Wir fordern weiterhin die Privatisierung des Schulessens, denn wenn der Kreis kocht, kostet das nicht nur den Steuerzahler Geld, sondern auch Qualität und Portionsgrößen werden häufig kritisiert, wie die jüngste Umfrage unter der Kreisschülerschaft zeigte.“