„Die Förderung erreicht uns zu selten“

Main-Taunus-Kreis (sz). Bezahlbarer Wohnraum bleibt im Main-Taunus-Kreis knapp. Bei einem Treffen im Landratsamt forderten Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Wohnungsbau mehr Unterstützung durch das Land Hessen.

Eingeladen hatte der Main-Taunus-Kreis. Auch der hessische Wirtschaftsstaatssekretär Umut Sönmez (SPD) nahm teil. Landrat Michael Cyriax erklärte, der Druck auf dem Wohnungsmarkt wachse weiter, während zu wenig geförderte Wohnungen entstünden. Ohne Förderung liege die Miete bei 19 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Gründe seien hohe Baukosten und teure Grundstücke.

Michael Cyriax forderte, das Land müsse seine Förderprinzipien anpassen. Der Kreis werde bisher zu wenig berücksichtigt. Tatsächlich wurden 2024 nur acht Wohnungen gefördert, 2025 zunächst 13. Für weitere 236 beantragte Wohnungen gab es keine Zusage. „Der Bedarf ist da, ebenso die Projekte – doch die Förderung erreicht uns zu selten“, sagte Michael Cyriax.

Auch der Bestand an Sozialwohnungen sinkt. Gab es nach Angaben der Kreisverwaltung 2004 noch 5.944 Wohnungen, sind es Anfang 2026 nur noch 2.990. Zwar kämen in diesem Jahr 151 Wohnungen hinzu, gleichzeitig fielen aber 95 aus der Bindung. Der Kreis sieht einen Fehlbedarf von rund 3.200 Wohnungen.

Umut Sönmez verwies auf Maßnahmen des Landes. Man beschleunige Verfahren, nutze Leerstände besser und investiere 1,27 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau. Zudem unterstütze das „Hessengeld“ den Erwerb von Wohneigentum.

Der Kreis will den Austausch fortsetzen und sich als Vermittler zwischen Kommunen und Land einbringen.

Landrat Michael Cyriax (links) und Staatssekretär Umut Sönmez beim Dialog der Wohnungswirtschaft im Main-Taunus-Kreis.Foto: MTK



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