Grüne Hochtaunus: Betreuungsgarantie darf kein Schnellschuss sein

Hochtaunus (kw) – Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ist kein überraschendes Ereignis. Das Land Hessen hat ihn bereits 2022 beschlossen. Seitdem war klar: Der Hochtaunuskreis muss planen, Strukturen schaffen und rechtzeitig für Transparenz sorgen. Genau das ist nicht passiert.

In den vergangenen Jahren hätten die Grünen im Kreistag nach eigenen Angaben regelmäßig nach dem Stand der Umsetzung gefragt: Wie weit sind die Planungen? Wie werden Schulen eingebunden? Wie werden Eltern informiert? Die Antwort des Landrats lautete stets: Es läuft alles. Man habe alles im Griff.

Doch einen tragfähigen, transparenten Plan gebe es nicht. Statt vorausschauender Vorbereitung erlebten Schulen und Eltern nun einen kurzfristigen Schnellschuss, der vor allem eines erzeugt – Verunsicherung.

Der Landrat hat mehrfach zugesichert, dass jedes Kind einen Betreuungsplatz erhalten wird. An dieser Zusage müsse er sich messen lassen, so die Grünen. „Seit 2022 war klar, dass der Rechtsanspruch kommt. Wer vier Jahre Zeit hat und am Ende mit einem Schnellschuss reagiert, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht“, erklärt Patricia Peveling, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Hochtaunuskreis. „Familien brauchen Planungssicherheit – keine Vertröstungen.“

Die aktuelle Situation zeige: Es fehlt an klarer Kommunikation, an verbindlichen Informationen für alle Klassenstufen und an einer abgestimmten Gesamtstrategie. Eltern erführen aus Gerüchten oder kurzfristigen Mitteilungen von möglichen Veränderungen ihrer Betreuungsverträge. Das sei kein verantwortungsvoller Umgang mit Familien, die auf Verlässlichkeit angewiesen sind, folgern die Grünen.

Eine so grundlegende Umstrukturierung hätte frühzeitig, transparent und in enger Zusammenarbeit mit den Schulen erfolgen müssen – unter aktiver Einbeziehung der Eltern.

„Eine Betreuungsgarantie ist kein Verwaltungsakt auf dem Papier, sondern ein Versprechen an Familien“, betont Laura Burkart-Gorissen, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen-Kreistagsfraktion. „Wer dieses Versprechen ernst nimmt, bindet Schulen und Eltern von Anfang an ein – statt Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg zu treffen.“

Dass der Antrag der Grünen auf Einrichtung eines Kreiselternbeirats abgelehnt wurde, verschärfe die Lage zusätzlich. Damit fehle im Hochtaunuskreis ein zentrales Gremium für transparente Kommunikation und Beteiligung.

„Wir fordern den Landrat auf, umgehend offenzulegen, wie die Betreuung an jeder einzelnen Grundschule organisiert wird, verbindlich zu erklären, wie die Platzgarantie für alle betroffenen Kinder umgesetzt wird, und endlich eine strukturierte Zusammenarbeit mit Schulen und Eltern aufzubauen“, so die Grünen im Kreistag.



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