Nützliche Wildkräuter im heimischen Garten

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Hessen (kez) – Im Frühling sprießen im Garten viele Wildkräuter und treiben ihre bunten Blüten aus. Obwohl sie oft wunderschön aussehen, früher als Heilpflanzen genutzt und für viele Insekten lebenswichtig sind, gelten sie manchem Gartenbesitzer als wertloses „Unkraut“. Der NABU plädiert dafür, Wildkräuter wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennnessel, Spitzwegerich und Giersch mit anderen Augen zu betrachten und sie zumindest in einem Teil des Gartens willkommen zu heißen. „Nicht nur Schmetterlinge und Bienen lieben die wild wachsenden Kräuter, denen sie Nahrung geben. Auch Kinder sind von dem fasziniert, was überall von selbst wächst und gedeiht. Und manches Kraut lässt sich wunderbar für Tee, als Gewürz oder Heilkraut verwenden“, erklärt NABU-Gartenexperte Thomas Burckard. Das Wissen über die frühere Nutzung von Wildkräutern ist heute oft verloren gegangen. „Unsere Großeltern wussten noch, wie sie die Kräuter in Küche und Hausapotheke einsetzen konnten“, so Burckard. Um so wichtiger ist, Wildkräutern im Garten wieder mehr Platz einzuräumen.

Vielfältiger Löwenzahn

Der Löwenzahn erfreut mit seinen leuchtend gelben Blüten nicht nur das Herz im Frühling, er wird auch seit Jahrhunderten als wertvolles Heilkraut genutzt. Durch seinen hohen Gehalt an den Vitaminen A, C, K und verschiedenen B-Vitaminen wirkt eine Kur mit frischen jungen Blättern Wunder bei Frühjahrsmüdigkeit. Seine Bitterstoffe regen die Verdauung an und unterstützen die Leber bei der Entgiftung. Löwenzahn wirkt sich außerdem positiv auf den Blutzuckerspiegel aus, da er Inulin enthält. Das ist ein Ballaststoff, der bewirkt, dass Kohlenhydrate langsamer ins Blut übergehen.

Frischer Gänseblümchen-Salat

Das beliebte Gänseblümchen lässt sich in verschiedenster Weise in der heimischen Kräuterküche nutzen. Besonders zu empfehlen ist das Kraut als Salat- und Teepflanze. Es enthält sekundäre Pflanzenstoffe wie Gerbstoffe, Flavonoide und Saponine. Der in ihm enthaltene Ballaststoff Inulin wirkt verdauungsfördernd. Das kleine Kraut wartet darüber hinaus mit Vitamin C und Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium auf. Es gilt auch als wichtige Nahrungsquelle für Insekten: Allein 75 verschiedene Wildbienenarten kommen beim Gänseblümchen zu Besuch, um Nektar zu saugen.

Alleskönner Brennnessel

Die Brennnessel ist ein wahrer Alleskönner. So finden sich in der Pflanze Vitamin A und C, Karotinoide, Kalium, Kalzium, Eisen, Folsäure und entzündungshemmende Flavonoide. Die Brennnessel wirkt stark harntreibend und blutreinigend. Ihre nussig schmeckenden Samen sind essbar und sehr nahrhaft. Aus den Stängeln wurden früher Schnüre gedreht, ein Sud aus ihren Blättern hilft gegen Blattläuse. Und sie ist äußerst beliebt bei Schmetterlingen: „Die Brennnessel ist eine wichtige Raupenfutterpflanze für mehrere Dutzend heimische Falterarten, darunter Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Distelfalter und Admiral. In jedem Garten sollte es daher eine Brennnesselecke geben – sei es als Superfood-Quelle oder als Insektenbuffet“, so Burckard.

Heilender Spitzwegerich

Die Blätter des Spitzwegerichs helfen bei Insektenstichen. „Einfach zerdrückte Blätter auf dem Stich verreiben“, empfiehlt Burckard. Das nützliche Kraut verhindert auch eine beginnende Blasenbildung an den Füßen beim Wandern, wenn man zerdrückte Blätter auf die wunden Stellen legt. Spitzwegerich enthält Stoffe mit antibakterieller Wirkung, außerdem Schleimstoffe, die reizmildernde Effekte besitzen. Sie bilden eine Art schützenden Film über die Schleimhaut in Mund und Rachen und reduzieren lästigen Hustenreiz.

Leckeres Gierschpesto

Auch der wegen seiner starken Ausbreitung manchmal unbeliebte Giersch ist ein gutes Heilkraut. Ein Tee aus seinen Blättern beugt Blasenentzündungen vor, weil er die Entwässerung fördert und Entzündungen hemmt. Die Blätter stecken voller Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. „Ein Pesto aus Giersch ist lecker und sehr gesund. Bei diesem wie vielen anderen Wildkräutern gilt: nicht vernichten, sondern lieber vernaschen“, so Burckard.



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