Was, wenn Gott auf die Kerb ginge?

Pfarrer Herbert Lüdtke (l.) und Pastoralreferent Christof Reusch (r.) beginnen den Kerbesonntag mit einem humorvollen, musikalischen und doch tiefgründigen Gottesdienst.Foto: nel

Steinbach (nel). Der ökumenische Festgottesdienst war einer der vielen munteren Programmpunkte der diesjährigen Steinbacher Kerb und erfreute alle Anwesenden, die mit den Worten von Pfarrer Herbert Lüdtke und Pastoralreferent Christof Reusch in den Sonntagmorgen starteten. Versammelt im Festzelt auf dem Saint-Avertin-Platz lauschte das Publikum, was Spannendes, Lustiges, Unterhaltsames aber auch Trauriges erzählt wurde.

Begonnen wurde mit einem Punk-Rock-Song der Band „Die Crackers“ – untypisch für einen Gottesdienst aber ein humorvoller Start und passend, um das Publikum „in Stimmung zu versetzen“, lachte Lüdtke und ergänzte, „ein sehr seliges Lied, passend zur Kerb!“ Beide Seelsorger hatten das Ziel, den Gottesdienst nicht zu ernst, sondern lieber lebendig und nahbar zu gestalten. Weiter ging es mit noch vielen weiteren gemeinsam gesungenen Liedern, stellenweise begleitet von Herbert Lüdtke an der Gitarre und am Akkordeon. Junge und alte Besucher hatten es sich auf den Bierbänken gemütlich gemacht und genossen das morgendliche Beisammensein.

Im verlauf des Gottesdienstes kam auch eine spannende Frage an die Zuhörer auf: „Wenn Gott als Gott auf die Kerb ginge, was würde er hier sehen?“ Wie wäre es also, wenn Gott sein Himmelreich verließe und die Steinbacher Kerb besuchte, herumliefe und die Menschen betrachtete? Er hätte Äppler gesehen, verschiedene Emotionen, verschiedene Menschen von Klein bis Groß. „Wenn Gott sieht, dass Menschen Spaß haben und es ihnen gut geht, dann freut ihn das und das hätte er bei uns definitiv beobachtet“, erklärte Christof Reusch. „Er sieht nicht gerne wenn Menschen aufeinander herumhacken und nicht gut miteinander umgehen, wie die Dinge, die aktuell in Israel geschehen,“ ergänzte Lüdtke. „Gott ist glücklicher, wenn er glückliche Menschen sieht.“

Weiterhin erzählten sie, dass man an vielen Stellen erkennen könne, dass der Mensch auch Fest und Feier in seinem Leben benötige. Ein gewisser Ausgleich zum Alltag, sei wichtig, um das Leben mit allen seinen Höhen, Tiefen und Verlusten zu bewältigen. Kirchen hätten das bereits gut geschafft, mit vielen feierlichen Tagen wie Ostern und Weihnachten, daraus könnten viele Menschen Motivation für das Leben, den Glauben und den Alltag ziehen, erläuterte Christof Reusch. So kann man Gott also auch an Festen und Feierlichkeiten begegnen, überall dort, wo Menschen gut miteinander umgehen. Die wichtige Aufgabe einer Kerb ist es also, den Alltag zu unterbrechen und an die schöne Seite des Lebens zu erinnern. Mit diesen Worten im Kopf entließen Christof Reusch und Herbert Lüdtke die Zuhörer in die weiteren Festtage, glücklich nach einem solch entspannten und dennoch bedeutungsvollen Gottesdienst.



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