Gedenken an den letzten Neuenhainer Bürgermeister Hans Müller

Am Grab von Hans Müller erinnerten Heidi Truntschka, Gerd Elzenheimer, Martina Helmerich, Doris Rexer, Klaus Markert und Armin Knipfer an ihren Genossen und langjährigen Bürgermeister von Neuenhain.Fotos: SPD Bad Soden

Neuenhain (bs) – Am 21. Januar 2026 wäre Hans Müller, der letzte Bürgermeister des selbstständigen Neuenhain, 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass haben sich Mitglieder des SPD-Ortsvereins Bad Soden an seinem Grab auf dem Neuenhainer Friedhof versammelt und Blumen niedergelegt. Müller leitete von Oktober 1963 bis Dezember 1976 die kommunale Verwaltung Neuenhains, das zum 1. Januar 1977 als Stadtteil in Bad Soden aufging. Seit 1972 hatte er für Neuenhain die Verhandlungen zur Kommunalen Gebietsreform geleitet.

In der Nachkriegszeit war Hans Müller der Neuenhainer Bürgermeister, der am längsten dieses Amt bekleidete. Vor ihm stellte die SPD mit Johann Gotthard Schneider (1948 bis 1952) und Josef Tegel (1958 bis 1963) bereits zweimal den örtlichen Verwaltungschef. Der Bad Sodener SPD-Vorsitzende Martin Krapf merkte an: „Hans Müller hat Neuenhain entscheidend geprägt und vorangebracht. Neuenhain und ganz Bad Soden hat ihm viel zu verdanken.“

In Müllers Amtszeit entstanden die Siedlungen am Schellberghang und bei den Dreilinden, im Waldfeld, am Wolfspfad, am Haag und am Mauerkopf, mit den entsprechenden neuen Straßen, Kanälen, Wasserleitungen und dem Bau eines großen Hochbehälters und einer Ringleitung. In einem 3. Bauabschnitt wurde die neue Dreilindenschule an der Schwalbacher Straße fertig gestellt, unmittelbar hinter ihr eine Kleinsportanlage geschaffen. Auf dem Friedhof wurde die neue Trauerhalle umgebaut und mit einer Heizung versehen. Vor dem Friedhof wurde beim Frankfurter Kreuz eine würdige Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege geschaffen.

Am Sauerborn entstand ein neues Sportgelände. In der Dorfmitte wurde 1969/70 an der Stelle der alten Schule und mehrerer niedergelegter kleiner Häuser ein Gemeindezentrum mit Rat- und Bürgerhaus gebaut. Auch der Wohnungsbau für sozial Schwache wurde nicht vernachlässigt. Später fiel der Bau des Augustinums und die Verbreiterung von Schulstraße und Schwalbacher Straße in Müllers Amtszeit.

Hans Müller wurde am 21. Januar 1926 in Hofheim geboren. Er war von 1940 bis 1957 bei der Stadtverwaltung in Hofheim tätig, danach beim Kreis Frankfurt-Höchst, dem Vorläufer des Main-Taunus-Kreises. Im Oktober 1963 wurde der damalige Regierungsoberinspektor bei der Kreisverwaltung zum Neuenhainer Bürgermeister gewählt. Er starb am 24. Juli 1980 im Alter von 54 Jahren. Sein Grab befindet sich neben den Ehrengräbern auf dem Neuenhainer Friedhof.

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