Friedrichsdorf (bin) – Gute Laune, sommerliches Wetter und Jubelschreie: Beim inklusiven Fußballturnier in Köppern stand am vergangenen Samstag der gemeinsame Spaß am Fußball an erster Stelle. Elf Teams aus ganz Deutschland traten in insgesamt 38 Spielen im Fairplay-Modus ohne Schiedsrichter gegeneinander an und bejubelten gemeinsam jedes Tor. Unter dem Motto des 6. Lions-Cup „Wir kicken gemeinsam“ wurden am Ende alle Spieler zu Siegern gekürt und erhielten einen Pokal.
„Besonders schön finde ich, den respektvollen und freundschaftlichen Umgang der Spieler miteinander an diesem Turniertag zu beobachten“, berichtete Lars Meyer, Vorsitzender des Fördervereins Team United Friedrichsdorf. „Die Mannschaften kennen sich bereits von regelmäßigen Turnieren in ganz Deutschland. Viele Spieler sind befreundet oder arbeiten gemeinsam in den Oberurseler Werkstätten.“ Besonders deutlich wurde der Zusammenhalt bei den Toren: Unabhängig davon, für welches Team sie fielen, freuten sich die Spieler gemeinsam. „Dies macht deutlich, dass heute und in den Mannschaften der Spaß an erster Stelle steht“, so Meyer.
Seine Premiere feierte der Lions-Cup im Jahr 2019. Organisiert wird das Turnier vom Förderverein Team United, zum sechsten Mal gesponsert wurde es vom Lions Club Friedrichsdorf-Limes. „Die Idee entstand beim Bau des zweiten Fußballplatzes in Köppern, den der Lions Club damals finanziert hatte“, erzählte der Vorsitzende Michael Namyslo.
Bereits sechs Jahre zuvor, im Jahr 2013, wurde Team United von Thorsten Picha und Bruno Pasqualotto gegründet. Damals kam eine Mutter mit ihrem Sohn, der eine Behinderung hatte, zu Picha ins Fußballtraining. „Der Junge durfte bei anderen Fußballmannschaften nicht mitspielen und die beiden waren schon länger auf der Suche nach einem Verein“, erinnerte sich Picha. „Wir haben ihn bei uns aufgenommen. Mit zunehmendem Alter entstand jedoch in den Turniermannschaften immer mehr Leistungsdruck, sodass er dort nicht mehr mithalten konnte.“ Die beiden Kinder- und Jugendtrainer gründeten daraufhin das Team United mit anfänglich fünf Mitgliedern. Heute zählt die inklusive Fußballmannschaft mehr als 100 Mitglieder und acht Trainer. Am wöchentlichen, eineinhalbstündigen Training freitags nehmen immer durchschnittlich rund 50 Spieler mit und ohne Beeinträchtigung teil. Zuvor findet die inklusive Ballschule für Kinder zwischen vier und zehn Jahren statt.
Wie wichtig das Training für die Teilnehmer ist, beschrieb Spieler Marco De Lisi: „Wenn man einen schlechten Tag hatte, macht das Training diesen Tag zu einem besseren. Beim Training blende ich meine Woche aus und genieße das gemeinsame Kicken.“ Vor sechs Jahren fand der 26-Jährige über einen Nachbarn zum Team United. Heute gehört er zu den beiden neuen Young Coaches der Mannschaft. Für die Ausbildung zum Trainer nahm er gemeinsam mit einem regulären Trainer im Tandem teil.
„Beim Training müssen wir bei der Aufteilung auf die individuellen Einschränkungen Rücksicht nehmen, die Teams möglichst ausgeglichen zusammenstellen und die Spieler unterstützen und aufmuntern“, berichtete De Lisi. Dass dieses gemeinsame Fußballspielen den Teilnehmern weit über den sportlichen Aspekt hinaus hilft, beobachten auch die Trainer. „Das Training und das Miteinander bauen Selbstvertrauen auf, Freundschaften entstehen und die Eltern tauschen sich untereinander über ihre Kinder und ihre Erfahrungen aus“, erklärte Picha.
Ein reger Austausch zwischen den Vereinen und Mitgliedern war auch beim diesjährigen Lions-Cup zu beobachten. Zwischen den Spielen wurde unter Zelten bei kalten Getränken und Spezialitäten vom Grill gemeinsam Pause gemacht. Währenddessen spielten immer vier Teams auf zwei verkürzten Fußballfeldern mit kleineren Toren gegeneinander. Die Spielzeit betrug jeweils zwölf Minuten. Familien und Freunde feuerten die Mannschaften vom Spielfeldrand aus an. Fiel ein Tor, wurde gemeinsam geklatscht und gejubelt – unabhängig davon, auf welcher Seite der Ball im Netz landete. Mit den Worten „Wir sind alle eine große Fußballgemeinschaft“ und „Ihr seid alle Spitze“ überreichte Bruno Pasqualotto allen elf Mannschaften einen Pokal und jedem Spieler eine Medaille. Zur Freude aller verkündete Michael Namyslo schließlich, dass der Lions-Cup auch im kommenden Jahr wieder in Köppern stattfinden wird.
Fußball verbindet: Beim Lions-Cup standen Freude, Gemeinschaft und Fairplay im Mittelpunkt – und entsprechend gut war die Stimmung auf und neben dem Platz. Fotos: Felix Biner
Gemeinsam für den inklusiven Fußball: (v. li.)Michael Namyslo, Vorsitzender des Lions Clubs Friedrichsdorf-Limes, Bürgermeister Lars Keitel und Team-United-Gründer Bruno Pasqualotto gratulierten den Spielern und überreichten Medaillen und Pokale.





