Männer in Strumpfhosen und springende Schlümpfe:Der KV Schloßborn feierte Fastnacht in Ruppsch

Nur eine kurze Pause auf den Händen derKameradinnen, gleich wird wieder getanzt.

Schloßborn/Ruppertshain (iba) – Auswärtsspiele mag niemand so recht – fremdes Territorium, vermutlich weniger Heimfans, keine richtige Wohlfühlatmosphäre.

Für dieses besondere „Auswärtsspiel“ fuhren die Schloßborner Närrinnen und Narrhalesen allerdings gerne in die Fremde, einfach weil die besagte Fremde eigentlich recht vertraut ist. In der Ruppertshainer Schönwiesenhalle hat schon mancher Schloßborner so manche gute Party gefeiert, viele Fastnachtsprofis aus beiden Gemeinden kennen sich, einige sind sogar familiär verbandelt. Die zweite Sitzung, die am vergangenen Samstag stattfand, war also im Grunde ein verkapptes Heimspiel für die bunt Gekleideten.

Garden, Gesang und gute Laune

Die beiden Sitzungspräsidenten Elmar Gräber und Aline Stechel eröffneten die Sitzung, Fastnachts-Profi Tabea Schulte schnappte sich dann gleich einmal das Mikrofon und befahl dem Mann an der Technik im Stile von Dieter Thomas Heck „Band ab!“, zum Auftakt wurde gesungen.

So frisch aufgewärmt konnte das Publikum gleich weiterklatschen, Mini-Garde (selbige tanzte zu Abba-Hits), Garde-Solo (von Eliana Büttner) Midi-Garde (mit Queens „A Kind of Magic“), Maxi-Garde (mit einem Kölsch-Medley), Männer-Garde (alias: „Die Rotläufer“) – alle führten im Verlauf des Abends ihre einstudierten Tänze vor, wetzten über die Bühne wie einst Steffi Graf beim Grundlinienspiel in Wimbledon und sorgten für Stimmung in der nahezu ausverkauften Halle.

Die hybriden Hexen-Nonnen sinnierten über die Politik und das Weltgeschehen („In der Politik herrscht gerade echte Flaute. Da wünscht man sich glatt die Merkel zurück – mitsamt ihrer Raute.“), Manfred Kunz stieg als Hexen-Mann in die Bütt, in Sachen Kostüm hatte er extra eine künstliche Intelligenz befragt („Da merkt man, dass die KI noch ausbaufähig ist, ich habe mich an die Tipps gehalten, aber das Ergebnis... nun ja!“). Bei seiner Rede fragte er sich und das Publikum beständig, wie diese Welt wohl aussehen würde... „wenn wir alle zaubern könnten.“

Co-Zeremonienmeister Elmar Gräber bedankte sich zwischendurch bei Oliver Glomb: Der Erste Vorsitzende des SV Ruppertshain hatte seinen Anteil daran, dass die Sitzung in dieser Form stattfinden konnte: „Der SVR hat uns die Halle zur Verfügung gestellt, das Equipment zur Verfügung gestellt, die Kicker des SVR haben die Halle geschmückt, dafür ein großes Dankeschön. Außerdem hat unsere Sabrina seinen Sohn geheiratet – das hilft vielleicht auch ein bisschen bei der guten Beziehung zwischen unseren beiden Vereinen.“

Hexenbesen, Poolnudel-Einhörner und die Ode an die Freude

Viel mehr Zeit zum Durchschnaufen und für Danksagungen blieb allerdings nicht, der Zeitplan war straff, die Bühnenhelfer waren im Dauerstress. Als Schlümpfe kostümiert peste anschließend die Junior-Männergarde „Die Halbstarken“ zur Musik von „DJ BoBo“ und den „No Angels“ von links nach rechts, Salto inklusive.

Die Midi-Garde, die nach der Pause nochmals dran war, hatte sich ein besonderes Stück ausgesucht, zum „Ode an die Freude“-Remix gab es Hebefiguren und Kosakentänze sowie eine Zugabe – um die das Publikum lauthals gebeten hatte.

Aus Poolnudeln wurden flugs Einhörner gebastelt, mit denen dem Publikum das „Hobby-Horsing“ präsentiert wurde, die Aushilfs-Hexen im Bibi-Blocksberg-Gedächtnisoutfit waren sich uneins, ob sie nun Besen mit Hexen oder Hexen mit Besen sein sollten, der Minnesänger Franz Seiter beneidete niemanden, der reicher, berühmter oder erfolgreicher ist als er, denn „dafür hab‘ ich ein Leben!“, so das abgebrühte Fazit einer jeden Strophe.

Die beiden Aerobic-Hexen Doris und Hilde mussten zugeben, dass sie mit Tinder-Dates nichts anfangen können, „Die Rotläufer“ zeigten als tanzende Peter Pans, dass sich auch Männer mittleren Alters in Strumpfhosen noch hervorragend bewegen können; und zum Ende der Veranstaltung durften und sollten noch einmal alle Künstlerinnen und Künstler auf die Bühne, Tabea Schulte und Philipp Chalupsky heizten dem Publikum (das mittlerweile fast geschlossen stand) mit ihren Interpretationen von „Bella Napoli“ oder „Wackelkontakt“ noch einmal ein.

Gelungene Ruppscher-Schloßborner Co-Produktion

Mit viel Aufwand, viel Einsatz, vielen Helfershelfern und viel Herzblut gelang demKV-Schloßborn ein gelungener Abend, der die Messlatte für das nächste Jahr ordentlich hoch gelegt hat. Wo dann 2027 gefeiert wird, steht wohl noch nicht fest. Aber sollte in Schloßborn kein passender Veranstaltungssaal frei sein, finden die Närrinnen und Narren in Ruppertshain sicherlich wieder karnevalistischen Unterschlupf.

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