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Zehn Apfelsorten – zwei zu viel

Mit 90 Besuchern hatte Michael Jung gerechnet. Er hatte gehofft, dass hundert kamen. Um so überraschter war er, dass der große Saal im Vereinsheim Hornau so gut wie bis auf den letzten Platz für das „Horner Gebabbel“ der „Bürger für Hornau“ gefüllt war. Eine der Überraschungen des Tages: In diesem Jahr wird es den ersten Hornauer Tischkalender in CD-Größe geben, der mit vielen Bildern aus Hornau bestückt ist, vor allem mit Fotos aus der Zeit, in der die meisten Besucher des Tages wohl noch ihre Wurzeln haben: Alt-Hornau. Im Kalender findet sich ein Kaleidoskop von Darstellungen aus der Zeit der Landwirtschaft, der vergangenen Horner Kerb oder gar der Blick auf die Hausschlachtung der vergangenen Zeit, als die geschlachteten Schweine noch vor der Verarbeitung zur Wurst und anderem an der Scheune aufgehängt waren. Michael Jung, der Vorsitzende von Bürger für Hornau, hatte neben einem neuen Mitglied auch die Namen für gut fünfzig Vorbestellungen zu notieren.

Hornau und das Thema Apfel: Die Streuobstwiesen rund um das frühere Dorf weisen darauf hin. Deshalb auch gab es ein Quiz, bei dem die Namen von zehn Apfelsorten zu raten waren, Äpfel, die sich auch in der Sammlung von Uwe Struck wiederfanden. Das schaffte niemand. Acht Sorten wurden erkannt. Und so entschied das Los für Meta Wittekind, Hiltrud Bracht und Berthold Schmitt.

Christa Wittekind, die sich bekanntlich eingehend mit der Hornauer Geschichte beschäftigt hat, plauderte aus dem geschichtlichen „Apfel-Nähkörbchen“.

So erfuhren die inzwischen auch schon älter gewordenen Nachfahren der ahlen Hornauer und derjenigen, deren Vorfahren ihre Wurzeln in Münster oder Kelkheim haben, dass es in Hornau erst seit 1929 fließendes Wasser gibt, auch wenn dem Dorf schon lange vorher mit Hilfe der Elektrizität ein Licht aufging. In jedem Keller gab es Apfelwein, mal mehr mal weniger, und der Trester aus der Apfelweinproduktion wurde verfüttert. Heute undenkbar.

Äpfel? Aus denen konnte man auch Dörrobst machen und der eine oder andere erinnerte sich auch noch an die Apfelscheiben, die auf Fäden zum Trocknen aufgezogen waren.

Na ja, dann kam bei Christa Wittekind die Adolfshöhe zur Sprache, von deren Bewohnern – die meisten wohl auch keine Horner von anno dazumal – kaum jemand im Saal zu sehen war. Um es kurz zu machen: Die Adolfhöhe verdankt ihren Namen einem Herzog von Nassau (oder ähnlichem Adelsgeschlecht), der mit Vornamen Adolf hieß. Ihm zu Ehren wurde eigens eine Linde gepflanzt.

Noch etwas zur Information: Ein Apfelbaum in seinen guten Jahren trägt bis zu einer Tonne Äpfel im Jahr, berichtete Uwe Struck.

Der Kuchen, vornehmlich beste Horner Hausfrauenkunst mit und ohne Äpfel, aber oft mit viel Hüftgold versehen, wurde gespendet. Verspeist bei Horner Gebabbel. Kein Eintritt – dafür wurden Körbchen aufgestellt, damit sich die Besucher an den Unkosten beteiligen konnten. Es kamen 400 Euro zusammen.

Oben das Bild: Christa Wittekind, links außen Uwe Struck mit seiner Apfelgallerie und dann fleißige Apfelsortenrater.

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