Hessen (ju) – Hessen setzt künftig verstärkt auf digitale Unterstützung im Mathematikunterricht. Mit dem intelligenten Online-Lernsystem „bettermarks“ startet das Land schrittweise die Einführung einer neuen Lernplattform an hessischen Schulen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler individueller zu fördern und Lehrkräfte zugleich im Schulalltag zu entlasten. Das neue Lernsystem soll den Unterricht individueller machen.
Das digitale System passt Aufgaben automatisch an den jeweiligen Lernstand der Kinder und Jugendlichen an. Schülerinnen und Schüler erhalten unmittelbare Rückmeldungen zu ihren Lösungen und können in ihrem eigenen Tempo arbeiten. Dadurch sollen mathematische Kompetenzen gezielt aufgebaut und Lernfortschritte nachhaltiger unterstützt werden.
Bildungsminister Armin Schwarz sieht darin einen wichtigen Schritt für modernen Unterricht: „Die Schülerinnen und Schüler können damit ihr mathematisches Verständnis verbessern und gleichzeitig Kompetenzen im Umgang mit digitalen Anwendungen entwickeln. Eigenverantwortung und Selbstständigkeit werden gefördert.“
Passende Aufgaben für jeden Lernstand
Das Lernsystem kann flexibel in unterschiedlichen Unterrichtsphasen eingesetzt werden – etwa bei der Einführung neuer Themen, zur Übung und Vertiefung oder auch für Hausaufgaben. Durch die individuelle Anpassung der Aufgaben eignet sich die Plattform insbesondere für Klassen mit sehr unterschiedlichen Leistungsständen.
Im Hintergrund analysiert die Software jeden einzelnen Rechenschritt. Fehler werden direkt erkannt, Hilfestellungen angeboten und passende Aufgaben für die nächsten Lernschritte vorgeschlagen. Lehrkräfte erhalten gleichzeitig umfangreiche Auswertungen über den Lernstand ihrer Klassen.
Das System ist auf das hessische Kerncurriculum Mathematik abgestimmt und kann in allen Schulformen von der dritten bis zur 13. Klasse eingesetzt werden. Den sogenannten Startchancen-Schulen in Hessen steht das Angebot bereits zur Verfügung.
Mehr Zeit für pädagogische Arbeit
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entlastung der Lehrkräfte. Korrekturaufwand und Teile der Unterrichtsvorbereitung sollen durch die digitale Unterstützung reduziert werden. Dadurch könne mehr Zeit für individuelle Förderung und persönliche Begleitung der Schülerinnen und Schüler entstehen.
Begleitend zur Einführung plant das Land Informations-, Beratungs- und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte, damit das System sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann.
Die Einführung von „bettermarks“ ist Teil der hessischen Qualitätsoffensive Mathematik, zu der auch weitere digitale Lerninstrumente und Fortbildungsangebote gehören.
Bereits bundesweit im Einsatz
Das Lernsystem „bettermarks“ wurde 2008 entwickelt und wird nach Unternehmensangaben inzwischen deutschlandweit von mehr als 20.000 Lehrkräften genutzt. Rund 500.000 Schülerinnen und Schüler arbeiten bereits mit der Plattform, pro Schuljahr werden mehr als 200 Millionen Mathematikaufgaben darüber bearbeitet.
Geschäftsführer Arndt Kwiatkowski betont die Bedeutung der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Schulen und Technologie: „Lernwirksame digitale Bildungsmedien entstehen nicht im Alleingang. Erst das Zusammenspiel von Wissenschaft, Schulsystem und Wirtschaft macht den Unterschied.“
Neben Deutschland wird das System auch in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden genutzt.
