Besuch des Weihnachtsmarkts in Kelkheim-Münster am Sonntag
Kelkheim (kez) – Im Dezember 2021 fiel die Wahl des Bundeskanzlers Olaf Scholz auf Nancy Faeser als neue Innenministerin, für viele eine Überraschung. Faeser war zwar damals in vielen Teilen Deutschlands noch wenig bekannt und bei der Bundestagswahl gar nicht angetreten. Wer sich jedoch in der politischen Landschaft ein wenig auskennt, konnte die Entscheidung nachvollziehen, fiel die Wahl doch auf eine erfahrene Expertin, die jahrelang innenpolitische Sprecherin der SPD im Wiesbadener Landtag war. Fast alles, was in der Politik möglich ist, hat Faeser, die von Haus aus Juristin ist, schon gemacht: 18 Jahre lang, von 2003 bis zu ihrem Eintritt in die Berliner Regierungsmannschaft, war sie Landtagsabgeordnete, dabei seit 2019 Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführerin. Gleichzeitig saß sie im Kreistag des Main-Taunus-Kreises sowie im Stadtparlament ihrer Schwalbacher Heimatstadt. Doch für den Bundestag zu kandidieren, ist für den Polit-Profi etwas Neues, die Nominierung diesmal jedoch keine Überraschung.
So wurde Faeser nun kürzlich auf der Wahlkreisdelegiertenkonferenz in der Kelkheimer Stadthalle zur Bundestagskandidatin gewählt, mit 87 der 90 abgegebenen Stimmen (96,7%). Ihr Wahlkreis 180 besteht aus den zwölf Kommunen des MTK – kombiniert mit drei Städten aus dem Hochtaunuskreis: Königstein, Kronberg und Steinbach. Die Kandidatin freute sich sehr über das tolle Ergebnis und betonte in ihrer Rede die große Bedeutung gerade dieser Wahl, die sie als ‚Richtungswahl‘ bezeichnet. „Es geht um die Zukunft, um sichere Arbeitsplätze mit guter Bezahlung und Altersversorgung, aber auch darum, die äußere und die innere Sicherheit zu stärken, weil wir unter vielfältigen Bedrohungen stehen.“ Die Richtungswahl sieht auch der Kelkheimer SPD-Vorsitzende Dr. Michael Hellenschmidt so: „Die Unterschiede sind doch deutlich erkennbar. Das Rennen geht jetzt erst los. Wir haben richtig Lust auf Wahlkampf“, stimmte der Kelkheimer die Versammlung ein.
Allerdings, so bedauert Faeser, wird sie als Bundesinnenministerin während des kurzen Wahlkampfes nicht so oft und flächendeckend in den 15 Ortschaften ihres Wahlkreises präsent sein können, wie sie es sich wünschen würde. Denn natürlich gehen die aktuellen Regierungsgeschäfte vor. „Dazu kommt, dass ich als Ministerin nicht nur meinen eigenen Wahlkreis zu besuchen habe, sondern im ganzen Land für Auftritte angefragt werde, und dem will ich natürlich auch gerecht werden“, sagt sie.
Der kurze Winter-Wahlkampf ist zwar organisatorisch und logistisch eine große Herausforderung, aber „ich freu‘ mich drauf“, sagt Nancy Faeser, „und ich werde wenigstens ein paar unserer schönen Weihnachtsmärkte besuchen.“ Zur Freude der örtlichen Sozialdemokraten ist auch Kelkheim dabei. So plant Nancy Faeser den Besuch des Weihnachtsmarktes in Kelkheim-Münster am jetzigen Sonntag (15. Dezember).