Kelkheim
(kez) – Unser Leser Dr. Joachim Hahn hat in seinem Garten einen wertvollen Nützling entdeckt, über den nur wenige Bescheid wissen. Hier ein paar wissenswerte Infos über ihn: „
Mittlerweile ist er in vielen unserer Gärten heimisch, wird jedoch aus Unwissenheit oft bekämpft. Die Rede ist von der größten europäischen Nacktschnecke, dem ,Tigerschnegel‘. Mit 10-20 cm Länge durchaus eindrucksvoll, kann er vor allem nachts, bei Regen, aber gerne auch tagsüber in unseren Gärten gesehen werden. Er weist im Bereich des Körpers auf hellgelbem, hellbraunem oder hellgrauem Grund ein unregelmäßiges Muster meist etwas länglicher Flecken auf. Aber auch einfarbige Exemplare bis hin zum Albino kommen vor. Anders als die meisten anderen Nacktschnecken ernährt sich der ,Tigerschnegel‘ fast ausschließlich von abgestorbenen Pflanzenteilen, Pilzen oder auch Aas. Er verspeist jedoch auch andere Nacktschnecken und vor allen Dingen deren Eier. Damit trägt der ,Tigerschnegel‘ sehr effektiv zur natürlichen Bekämpfung der lästigen Nacktschneckenarten bei, die vor allem im Gemüsegarten große Schäden anrichten können. Aus diesem Grund sollte diese Schneckenart als Nützling im Garten willkommen geheißen werden und eine Bekämpfung nicht stattfinden. Laufenten kann sich schließlich nicht jeder leisten. Auch sollte auf den Einsatz von Schneckenkorn verzichtet werden, wenn man ,Tigerschnegel‘ im eigenen Garten entdeckt hat.
Der ,Tigerschnegel‘ ist ein Zwitter, das heißt jedes Tier trägt einen männlichen und weiblichen Genitaltrakt in sich. Als durchaus spektakulär darf der Fortpflanzungsakt dieser Tiere bezeichnet werden. Man kann dies zurzeit nachts häufiger beobachten. Das Photo entstand letzte Woche nachts in meinem Garten in Ruppertshain, nachdem es einmal etwas ergiebiger geregnet hatte. Sehr empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist auch die Lektüre des Eintrags bei Wikipedia zum ,Tigerschnegel‘. Es wäre schön, wenn diesem Nützling mehr Beachtung geschenkt würde.“
