Vom „Fungiversum“ bis zur Ehrung – Eine besondere Herbstversammlung

Kronberg (nel) – Vor Kurzem fand die Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins in der Stadthalle statt. Für die zahlreich erschienenen Gäste standen Tische mit Snacks und Getränken bereit, an denen nach und nach immer mehr Mitglieder oder auch Interessierte Platz nahmen, um dem Abend zu lauschen. Neben dem Vortrag von Harald Sattler gab es ein weiteres Highlight, das an diesem Abend anstand: Ehrenmitglied Peter Hickl wurde der Ehrenbrief des Landes Hessen überreicht.

Zunächst begrüßte Thomas Hirsch, Kassierer des Vereins, die erschienenen Gäste freudig. Neben den Ehrenmitgliedern waren auch die Bürgermeister von Kronberg (Christoph König) und Sulzbach (Elmar Bociek), Hickls Wohnort, an diesem Abend mit dabei. Er lud alle Gäste dazu ein, es sich gemütlich zu machen und mit kostenfreien Getränken und kleinen Snacks den Abend zu genießen.

Dann startete auch Harald Sattler, Mykologe und Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM), seinen Vortrag zum Thema „Das geheimnisvolle Reich der Pilze“. Einige Pilzsorten hatte er auf einem Tisch zum Bestaunen, Riechen und Anfassen mitgebracht, die er während seines Vortrags auch durch die Reihen gab, sodass jeder einen plastischen Eindruck von der genannten Pilzart erhalten konnte. Die Besucher konnten spüren, wie leidenschaftlich Sattler über die Pilzwelt sprach, als er alle Zuhörenden mit auf die Reise in das „Fungiversum“ nahm. Zunächst erläuterte er anschaulich die Grundlagen der oft übersehenen Organismen, die weder zur Pflanzen- noch zur Tierwelt gehören. Mit unterhaltsamen Fakten konnte er die Aufmerksamkeit der Gäste stets halten – so erklärte er beispielsweise, dass Ötzi, die Gletschermumie, die 1991 in den Ötztaler Alpen in Südtirol gefunden wurde und über 5.300 Jahre alt ist, zwei Pilze bei sich trug: einen Zunderschwamm und einen Birkenporling. Mit Zunder lässt sich ein Feuer entfachen, der Birkenporling ist entzündungshemmend, auch bei Magen- und Darmerkrankungen. „Ötzi hatte eine chronische Gastritis“, erklärte Harald Sattler begeistert und brachte so den gesamten Raum zum Lachen.

Er führte die Zuhörer durch die Welt der heilenden Pilze und erklärte, dass sein 14-jähriger Hund die sogenannte Schmetterlings-Tramete, einen tumorhemmenden und immunstabilisierenden Pilz, stets in sein Futter bekommt, nachdem er einen Tumor hatte – eine Information, die viele Besucher sehr schätzten.

Er präsentierte Pilze in ihren verschiedenen Funktionen – als Symbionten, als Parasiten und als Zersetzer. Seine Freude beim Erzählen sprang auf die Zuhörer über. Mehrfach bezeichnete er eine Sorte als „besonders hübsches Pilzchen“ und beantwortete im Anschluss sehr engagiert alle offenen Fragen der Runde. „Ich kann nur sagen, die Pilzführungen bei Ihnen sind super“, rief eine Besucherin aus dem Publikum. Harald Sattler bedankte sich für die Einladung, und nun ging es an den formalen Programmpunkt.

Heiko Fischer, Ehrenvorsitzender des Vereins, hielt die Laudatio des Abends und nahm die Besucher mit auf eine Reise durch das Leben von Peter Hickl. 1949 in Bensheim geboren, in Rödelheim aufgewachsen, war Hickl ab 2000 im Verein aktiv. Mehrere Jahre war er Beisitzer im Vorstand, von 2007 bis 2024 hatte er auch das Amt des Zweiten Vorsitzenden inne. Er half bei so gut wie allem – beim Einscannen aller Unterlagen für die Jubiläumsplanung 2006, erstellte eine endlos lange Excel-Tabelle für den Festausschuss, kümmerte sich um Steuererklärungen und Satzungen, half bei der Apfelsortenausstellung mit, setzte das neue SEPA-Einzugsverfahren 2014 um, betreute Projekte und passte die Vereinsunterlagen an die DSGVO an.

„Peter Hickl ist ein Mann ohne Rast und Ruh, bevor nicht alles ordentlich erledigt ist. Seine Frau Doris sagt, er hat Hummeln im Hintern. Die Mitglieder und der Vorstand sind dir sehr dankbar – wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute und vor allem Gesundheit“, schloss Heiko Fischer. Nun überreichten Christoph König und Elmar Bociek ihm feierlich den Ehrenbrief des Landes Hessen und freuten sich, Peter Hickl als Bürger oder eben als jahrelanges Vereinsmitglied in ihren Städten zu haben.

(v.l.): Thomas Hirsch, Christoph König, Peter Hickl, Elmar Bociek und Heiko Fischer bei der Übergabe des Ehrenbriefs

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