Zisternen und Regentonnen im Herbst leeren

Oberursel (ow). Wie können Oberursels Bürgerinnen und Bürger zum Hochwasserschutz und zu einem nachhaltigen Umgang mit Regenwasser beitragen? Antworten und praktische Tipps geben die Stadt Oberursel und die Lokale Oberurseler Klimainitiative.

Bürgermeisterin Antje Runge erklärt: „Extremwetter nehmen zu – Starkregen ebenso wie Hitzeperioden. Ein bewusster und proaktiver Umgang mit Regenwasser spielt dabei eine wichtige Rolle. Alle, die in Oberursel bereits Regenwasser sammeln, können durch bewusstes Handeln Teil der Lösung sein.“ Viele sammeln Regenwasser zum Bewässern ihres Gartens in einer Zisterne oder einer Regentonne. In den Sommermonaten sind die Sammelbehälter oftmals leer. Das schont nicht nur den Geldbeutel, weil weniger als Trinkwasser genutzt wird, sondern trägt aktiv zum Hochwasserschutz bei.

Denn jeder Regentropfen, der in einer Zisterne oder Regentonne zwischengespeichert werden kann, schützt das Kanalsystem im Starkregenfall vor Überlastung. Jetzt im Herbst und Winter sind die Auffangbehälter meist gut gefüllt. Regenwasser, das zusätzlich hinzukommt, kann nicht mehr zwischengespeichert werden und fließt direkt in die Kanalisation – damit haben die Sammelbehälter ihre Zwischenspeicherkapazität verloren.

Der Tipp: Zisternen und Regentonnen im Herbst und Winter regelmäßig bei trockenem Wetter leeren und das gesammelte Regenwasser – wenn möglich – in den Garten leiten, damit es dort langsam versickert. Das dient der Grundwasserneubildung. Und wenn das Regenwasser nicht in einen Garten versickern kann? Auch dann ist es sinnvoll, Zisternen und Regentonnen immer wieder langsam in den Kanal abzuleiten – am besten bei Trockenwetter, wenn Kanalnetz und Kläranlage nicht überlastet sind. So wird aktiv zum Hochwasserschutz für alle beigetragen. Denn nur leere Zisternen und Regentonnen können den ersten Regenschwall auffangen, die Kanalisation entlasten und somit auch die Gefahr der Überflutung in tiefer gelegenen Stadtteilen durch austretendes Kanalwasser verringern. Ein weiterer Vorteil: Zurückgehaltenes Regenwasser entlastet die Kläranlage und schützt so beispielsweise den Urselbach, indem das Überlaufen ungereinigten Abwassers bei Überlastung des Kanalnetzes minimiert wird.

Ab April heißt es dann wieder: Regenwasser zur Gartenbewässerung sammeln. 60 bis 80 Liter Regenwasser pro Quadratmeter Dachfläche fielen im April der letzten drei Jahre – genug, um alle Zisternen und Regentonnen zu füllen.

Nachhaltig handeln, dem Garten, dem Grundwasser und dem Hochwasserschutz zuliebe – vier gute Gründe, den Hahn im trockenen Augenblick aufzudrehen.

Ein weiterer Tipp: Es ist möglich, die Toilettenspülung auf Regenwasser umzustellen. Es müssen nicht alle Toiletten sein – vielleicht ist eine Erdgeschoss-Toilette besonders leicht anzuschließen. Das spart bis zu einem Drittel des Trinkwasserverbrauchs, funktioniert zuverlässig und macht sich positiv im Geldbeutel bemerkbar.

Seit August 2025 gilt in Oberursel die neue Zisternensatzung. Sie schreibt bei Neubauten oder größeren Umbauten die Installation einer Retentionszisterne vor. Weiterhin gilt: Regenwasser soll, wo möglich, als Brauchwasser genutzt werden.



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