Informationen über Streuobst bündeln

Rhein-Main (sz) – Rund 140 Fachleute und Interessierte haben Mitte August am sechsten Streuobst-Vernetzungstreffen der Region Frankfurt-Rhein-Main teilgenommen. Im „MainÄppelHaus“ am Frankfurter Lohrberg informierten sie sich über den Schutz und die Pflege von Streuobstwiesen und tauschten Erfahrungen aus. Das Treffen stand unter dem Motto „Gemeinsam für den Erhalt heimischer Streuobstwiesen“.

„Rund 140 Menschen, die sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft unserer Streuobstwiesen machen – das macht mir Mut“, sagte Rouven Kötter, der Erste Beigeordneter des „Regionalverbandes Frankfurt-Rhein-Main“. Streuobstwiesen gehörten zur Region wie der Apfelwein. Sie prägten die Landschaft und seien Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Ihr Erhalt sei jedoch kein Selbstläufer. Deshalb wolle der Regionalverband Menschen zusammenbringen und unterstützen, die sich vor Ort für Streuobstwiesen einsetzen.

Bei mehreren Vorträgen ging es um Artenvielfalt, Fördermöglichkeiten und die Erfassung der noch vorhandenen Bestände. Der Ornithologe und Naturschutzexperte Martin Hormann von Hessenforst stellte die Tier- und Pflanzenwelt der Streuobstwiesen vor. Andreas Baumann vom Streuobstwiesenzentrum Hessen erläuterte die neue Streuobstrichtlinie des Landes und informierte über Fördermöglichkeiten.

Rouven Kötter berichtete über den Stand der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute. Privatdozent Dr. André Große-Stoltenberg von der Justus-Liebig-Universität Gießen stellte das Projekt „MOST 3D“ vor. Dabei werden mit moderner Fernerkundung Streuobstbestände in Hessen erfasst und untersucht.

Mit der Vermittlung von Wissen beschäftigt sich der neue Zertifizierungslehrgang „Streuobst erleben und vermitteln“, den Anika Hensel vom Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis vorstellte. Das Angebot richtet sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Kommunen des Regionalverbandes. Dazu zählen zum Beispiel Erzieherinnen und Erzieher sowie Pädagoginnen und Pädagogen an Schulen.

Der regionale Streuobstbeauftragte Bastian Sauer sieht in dem Treffen auch eine Möglichkeit, von Problemen vor Ort zu erfahren. „Hier komme ich mit jenen Menschen in Kontakt, die sich vor Ort mit dem Thema Streuobst intensiv beschäftigen. Hier bekomme ich mit, wo der Schuh drückt und wie wir sie unterstützen können – zum Beispiel mit Fortbildungskursen.“ Für 2027 plant der Regionalverband weitere Angebote. Vorgesehen sind Auffrischungsschnittkurse und der Zertifizierungslehrgang „Streuobst erleben und vermitteln“.

Streuobstwiesen sind Wiesen und Weiden mit großen Obstbäumen, die nach Angaben des Regionalverbandes naturverträglich und ohne Pflanzenschutzmittel bewirtschaftet werden. Sie bieten Lebensraum für viele Arten. Größere zusammenhängende Streuobstwiesen werden in der Region jedoch seltener. Der Regionalverband unterstützt deshalb seine Mitgliedskommunen dabei, die vorhandenen Bestände zu erhalten. Weitere Informationen gibt es unter streuobst-frm.de im Internet.

Zahlreiche Streuobstexperten referierten auf Einladung von Rouven Kötter (rechts) vom Regionalverband über Streuobstwiesen.Foto: Regionalverband/Buschardt



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