Main-Taunus (kez) – Mit 839 Millionen Fahrgästen verzeichnet der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) 2025 so viele Fahrten wie nie zuvor. „Das Wachstum der Region macht einen leistungsfähigen und attraktiven ÖPNV unverzichtbar“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. Schwerpunkte liegen auf dem Ausbau der Schieneninfrastruktur, neuen Fahrzeugen, digitalen Angeboten und einer grundlegenden Tarifreform.
Das Deutschland-Ticket bleibt ein zentraler Treiber: Die Zahl der Abonnements stieg um 8,3 Prozent auf rund 650.000 aktive Tickets. Der RMV arbeitet daher an einem neuen, deutlich vereinfachten Tarifsystem mit künftig nur noch sechs Ticketarten. Über eine Umsetzung entscheiden die RMV-Gesellschafter.
Der Infrastrukturausbau schreitet voran: In den kommenden zehn Jahren sollen über 20 Milliarden Euro in die Schiene investiert werden. Gleichzeitig belastet die intensive Bautätigkeit den Betrieb. Die Pünktlichkeit der S-Bahn sank auf 86,7 Prozent, 88,6 Prozent der geplanten Fahrten fanden statt. Für 2026 sind mehr als 2.800 Baumaßnahmen im Netz angekündigt, darunter mehrere Großprojekte. Der RMV will die Fahrgastinformation weiter verbessern, insbesondere bei Ersatzverkehren.
Bei Fahrzeugen und Technik setzt der RMV auf Innovation: Der erste Batteriezug Hessens ist auf der RB21 im Testbetrieb unterwegs. Ab 2028 kommen TramTrains für die Regionaltangente West, zudem werden 98 S-Bahnen modernisiert. Digital erweitert der RMV sein Angebot mit RMV In/Out, das automatisch den günstigsten Fahrpreis ermittelt, sowie mit einer neuen Vertriebsplattform für Verkehrsunternehmen.
Langfristig richtet sich der Blick auf autonome On-Demand-Verkehre. Sie sollen insbesondere im ländlichen Raum flexible und bedarfsgerechte Mobilitätsangebote ermöglichen. Modellregionen für den weiteren Praxistest sind geplant.