Das Bürgermeister-Rennen ist weiter offen

Nicht so groß wie bei früheren Kommunalwahlen war am Sonntagabend der Andrang im Foyer des Rathauses, wo die Ergebnisse der Wahl live eingeblendet wurden. Rund 50 Bürgerinnen, Bürger, Rathausmitarbeiter und Vertreter der Parteien kamen dort zusammen. Foto: Schlosser

Schwalbach (MS). Wie von vielen erwartet, hat bei der Bürgermeisterwahl am vergangenen Sonntag keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht. Am Sonntag, 29. März, kommt es zu einer Stichwahl zwischen Thomas Milkowitsch (CDU) und Lutz Ullrich (SPD).

Im ersten Wahlgang holte sich Thomas Milkowitsch die meisten Stimmen. 2.344 Schwalbacherinnen und Schwalbacher wollten ihn als Bürgermeister, was einem Stimmenanteil von 43,4 Prozent entspricht. Lutz Ullrich hatte mit 1.645 Stimmen einen Rückstand von 699 Stimmen und kam auf 30,46 Prozent. Aus dem Rennen ist Katja Lindenau, die für die Grünen antrat. Sie erreichte 26,14 Prozent beziehungsweise 1.414 Stimmen.

Der Wettkampf um den Bürgermeisterstuhl im Rathaus ist damit weiter offen. Denn selbst wenn nur ein Teil der Wählerinnen und Wähler von Katja Lindenau bei der Stichwahl für Lutz Ullrich stimmt, könnte er CDU-Mann Thomas Milkowitsch überholen. Und Lutz Ullrich ist für Grüne durchaus wählbar. In seiner Jugend war er selbst einmal Mitglied der Öko-Partei. Hinzu kommt, dass am ersten Wahlgang mehr als 5.000 Wahlberechtigte gar nicht teilgenommen haben, so dass beide Kandidaten noch große Potenziale haben dürften. Die Wahlbeteiligung lag im ersten Wahlgang nur bei 53,58 Prozent.

Gleichwohl feierte die CDU Thomas Milkowitsch am Sonntagabend schon so, als habe er die Wahl schon gewonnen. Fast alle CDU-Bürgermeister und zahlreiche Größen der Main-Taunus-CDU applaudierten gut fünf Minuten für den Ersten Stadtrat, schon als erst zehn der zwölf Stimmbezirke ausgezählt waren.

Thomas Milkowitsch selbst war „sehr zufrieden und überwältigt“ von seinem Ergebnis. „Ich habe damit gerechnet, dass es ein bisschen angeglichener ist“, sagte er und hattte gehofft, die 40-Prozent-Marke zu schaffen. Dass er nun noch etwas mehr erreicht habe, gebe ihm und der CDU enormen Rückenwind für die Zeit bis zur Stichwahl am 29. März. Sein Ergebnis und das Ergebnis bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung zeigten, dass die Schwalbacher CDU offensichtlich in die richtige Richtung gedacht hat. „Stabilität, keine Experimente und möglichst versuchen, die finanzielle Zukunft der Stadt abzusichern.“

„Ein paar Prozentpunkte mehr wären schön gewesen“, sagte Lutz Ullrich in einer ersten Reaktion am Wahlabend. Da er aber als relativ unbekannter Kandidat „bei Null“ angefangen habe, sei er mit dem Ergebnis trotzdem zufrieden. „Ich gehe davon aus, dass wir alle Chancen haben, in der Stichwahl zu gewinnen.“ Er will in dieser und der nächsten Woche weiterkämpfen, um doch noch den Sprung ins Rathaus zu schaffen.

Katja Lindenau war am Wahlabend sichtlich enttäuscht, obwohl sie fast doppelt so viele Stimmen bekam wie im Jahr 2020. „Ich hatte eigentlich gehofft, es in die Stichwahl zu schaffen“, erklärte sie. „Wir hätten grüne Politik effizienter machen können mit mir als Bürgermeisterin“, bedauerte sie.

Ob sie und die Grünen eine Empfehlung für die Stichwahl aussprechen werden, steht bisher noch nicht fest. Erste Gespräche sollen bereits stattgefunden haben. Auch ob sie im Falle einer Koalition als Erste Stadträtin zur Verfügung steht, ließ Katja Lindenau am Wahlabend noch offen.

Thomas Milkowitsch und Lutz Ullrich setzen derweil ihren Wahlkampf fort. Vor allem mit Hausbesuchen wollen beide versuchen, Wählerinnen und Wähler zu aktivieren, die bei der ersten Runde nicht zur Wahl gegangen sind.

SPD-Kandidat Lutz Ullrich (oben) und Thomas Milkowitsch von der CDU (unten) gehen am 29. März in die Stichwahl um das Amt des Schwalbacher Bürgermeisters. Archivfotos: SPD/CDU

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