Nachhaltigkeit fängt zu Hause an – die Lösung

Steinbach (stw). In einer Artikelserie in lockerer Folge stellt die IG Nachhaltigkeit kleinere oder größere Nachhaltigkeitsmaßnahmen vor, die von Steinbacher Bürgerinnen und Bürgern in ihrem privaten Umfeld schon erfolgreich umgesetzt wurden und in geeigneten Fällen auch breiter eingesetzt werden können.

Dass sich mit einem Balkonkraftwerk — einer steckerfertigen Solaranlage — auch als Mieter mit einer kleinen Wohnung oder als Besitzer einer Eigentumswohnung an der Energiewende beteiligt und ein Teil des eigenen Stromverbrauchs günstig selbst erzeugt werden kann, dürfte in Steinbach inzwischen jedem bekannt sein.

Im Gespräch ist Georg Sonntag-Löw, Erfinder der „Steinbacher Balkonkraftwerksprechstunde“, Co-Sprecher der IG Nachhaltigkeit Steinbach und ehrenamtlicher BürgerSolarBerater in Steinbach.

Herr Sonntag-Löw, erzählen Sie uns etwas über die Balkonkraftwerksprechstunde!

„Wir haben mit der ersten Steinbacher Balkonkraftwerksprechstunde am Samstag, 7. Oktober 2023, angefangen. Wir haben diese inzwischen 14-mal durchgeführt und dabei etwa 500 Menschen über Balkonkraftwerke informiert und beraten. Wir haben auch manchmal Termine vor Ort durchgeführt, um mit Interessenten spezielle Lösungen für ihre Wohnung oder ihr Haus zu finden, denn manchmal muss man die Gegebenheiten vor Ort kennen, um sinnvolle Vorschläge machen zu können.“

Herr Sonntag-Löw, was war das größte Problem, das Sie bei den Beratungen herausgefordert hat?

„Das war eindeutig die Befestigung von Balkonkraftwerken an Balkonbrüstungen aus Beton. In der Vergangenheit hätte man für eine sichere Befestigung in die Betonbrüstung bohren müssen. Dies ist Mietern oder Mitgliedern einer Wohnungseigentümergemeinschaft, WEG, in der Regel nicht erlaubt. Außerdem besteht beim Anbohren die Gefahr, die Stahlbewehrung in der Betonplatte freizulegen, was zu Korrosion und langfristig zum Aufsprengen des Betons und damit zu einem massiven Schaden an der Betonplatte führen kann. Deshalb haben sich Handwerker in der Regel auch geweigert, diese Arbeit durchzuführen, weil sie sich vor möglichen Schadensersatzforderungen schützen wollten. So konnten wir den Bewohnern mit einer Betonbrüstung, die in unsere Beratung kamen, und davon gibt es in Steinbach viele, bisher keine befriedigende Lösung anbieten.“

Sie sagen „bisher“ — hat sich daran denn etwas geändert?

„Ja, denn die Firma Yuma, eine Anbieterin von Balkonkraftwerken, hat eine neuartige Technik für eine sichere Befestigung an der Balkonbrüstung aus Beton auf den Markt gebracht, die ohne Bohrung auskommt. Bei diesem System wird die Halterung durch Klemmschrauben sicher an der Brüstung befestigt — das ist die Lösung für den Betonbalkon, nach der wir gesucht und auf die wir gewartet haben.“

Gibt es schon Steinbacherinnen oder Steinbacher, die diese Balkonhalterung montiert haben?

„Ja, ich habe zum Beispiel Jürgen Galinski besucht, der wie zwei seiner Nachbarn zu den ersten in Steinbach gehört, die diese Halterung verwendet haben. Er zeigt sich sehr zufrieden mit dem System und betont, dass durch die kleineren und leichteren Module, die jeweils einen eigenen Halterahmen besitzen, die Montage auch von nur einer Person leicht bewältigt werden kann. Auf dem Foto können Sie sehen, wie Jürgen Galinski und ich die stabile Halterung in Augenschein nehmen, kleines Bild im Bild. Wenn Sie sich das mal vor Ort anschauen wollen: Vom Durchgang Im Wingertsgrund-Birkenweg-Stettiner Straße aus können Sie die Balkonkraftwerke von Jürgen Galinski und seinen Nachbarn sehr gut anschauen.“

Herr Sonntag-Löw, wir danken für das Gespräch.

„Gerne! Die IG Nachhaltigkeit können Interessierte per E-Mail an ig-nachhaltigkeit[at]stadt-steinbach[dot]de erreichen. Die ehrenamtliche Steinbacher BürgerSolarBeratung erreicht man über die E-Mail-Adresse steinbach[at]solarberatung.buergerenergie-hochtaunus[dot]de.

Jürgen Galinski und Georg Sonntag-Löw (v.l.) begutachten die stabile Halterung der Solarpaneele am Betonbalkon.Foto: privat



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