Schwalbach (sz). Nach fast einem halben Jahr steht die Trauerhalle am Waldfriedhof ab sofort wieder für Trauerfeiern zur Verfügung. Die Stadt gab das Gebäude am vergangenen Freitag wieder frei.
Die Sperrung war notwendig geworden, nachdem bei einer statischen Überprüfung Schäden an der Holzkonstruktion des Glockenturms und an Teilen der angrenzenden Halle festgestellt worden waren.
Nachdem die Stadt ein Gutachten erhalten hatte, das die Schäden dokumentiert, wurden in den vergangenen Wochen Sicherungsmaßnahmen umgesetzt, die eine übergangsweise Nutzung zu lassen. Hierzu wurde eine spezielle Halterung aus Konstruktionsvollholz zur Stabilisierung des Glockenturms angebracht und die Glocke vorübergehend demontiert. Die Kosten für diese Sicherungsmaßnahme beliefen sich auf rund 6.000 Euro.
Bürgermeister Alexander Immisch zeigt sich erleichtert über die Freigabe: „Ich freue mich sehr, dass die Trauerhalle wieder genutzt werden kann. Mein besonderer Dank gilt den Schwalbacher Bestattungsunternehmen und den Kirchengemeinden, die in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Stadt würdige Lösungen für Trauerfeiern ermöglicht haben.“ Alle Beteiligten hätten „mit großem Engagement und Verständnis“ dazu beigetragen, dass trotz der Sperrung stets ein pietätvoller Rahmen gewahrt blieb. Während der Sperrung fanden die meisten Trauerfeiern in den Kirchen und Gemeindezentren der örtlichen Kirchengemeinden oder unter freiem Himmel auf dem Waldfriedhof statt.
Parallel zur Wiederfreigabe laufen bereits die Planungen für die endgültige Sanierung von Glockenturm und Trauerhalle im kommenden Frühjahr. Das Gutachten empfiehlt zumindest eine Sanierung der Stützenfüße des Turms. Sollte sich herausstellen, dass dies statisch nicht realisierbar ist, müssen beide Stützen des Glockenturms komplett erneuert werden. Auch im oberen Bereich des Glockenturms sind partielle Sanierungsarbeiten erforderlich. In der Trauerhalle selbst sind einzelne Bereiche an Stützen und Streben der der Glockenturmseite zugewandten Glasfassade instand zu setzen.
Die Stadt hat bereits Kostenvoranschläge angefordert. Wie viel die Sanierung kosten wird, steht aber noch nicht fest. Vor der Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten muss sich die Stadt außerdem noch mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen abstimmen, da das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz steht.
Die Schäden am Glockenturm der Trauerhalle sind deutlich zu erkennen. Die Demontage der Glocke und Holzbalken am Fuß verhindern nun aber einen Einsturz.Foto: Stadt Schwalbach
