Sulzbach/Eschborn (ew). Wie schon im vergangenen Jahr stimmt auch in diesem Jahr die Kriminalstatistik für den Bereich der Polizeiinspektion Eschborn nicht, zu dem auch Sulzbach gehört. Nach Angaben der Polizeidirektion Main-Taunus sind „statistische Abweichungen“ nach wie vor zu erkennen.
Die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 hatte kurz nach ihrer Veröffentlichung Mitte März für Aufsehen gesorgt, da die Kriminalität laut der Statistik in Eschborn, Sulzbach und Schwalbach enorm in die Höhe geschossen ist. In Eschborn nahm die Zahl der erfassten Fälle um 30 Prozent zu und führte zu der extrem hohen Häufigkeitszahl von über 9.000 Straftaten je 100.000 Einwohnern. In Schwalbach und Sulzbach waren es jeweils rund 20 Prozent mehr Fälle.
Anders als im vergangenen Jahr hat das Polizeipräsidium Westhessen bei der Veröffentlichung der Statistik nicht auf die statistischen Verwerfungen hingewiesen, so dass der Eindruck entstehen musste, im östlichen Main-Taunus-Kreis sei es zu einer deutlichen Zunahme der Straftaten gekommen.
„Für Eschborn ist anzumerken, dass sich die Fallzahlensteigerung wesentlich auf die Erfassungsrückstände zurückführen lässt, auch wenn es gelungen ist, die Aufklärungsquote um 3,7 Prozent zu steigern“, erläutert Tobias Erler, der Leiter der Polizeidirektion Main-Taunus in einer Pressemitteilung der Stadt Eschborn. Die tatsächlichen Zahlen für das Jahr 2025 haben aber weder das Polizeipräsidium noch die Polizeidirektion Main-Taunus bisher veröffentlicht.
Zu den „statistischen Abweichungen“ kommt es, weil in die Kriminalstatistik nur abgeschlossene Fälle eingehen. Laufende Verfahren werden nicht berücksichtigt. In der Polizeiinspektion Eschborn sind allerdings seit dem Jahr 2021 hunderte Fälle liegen geblieben und wurden nicht abgeschlossen. Dies wurde nun in den Jahren 2024 und 2025 nachgeholt, mit der Folge, dass die Zahl der abgeschlossenen Fälle dramatisch in die Höhe schoss.
Verlässliche Datenbasis ab 2026
Um diese Rückstände „nachhaltig zu beseitigen“, hat das Polizeipräsidium Westhessen nach eigenen Angaben „personelle und organisatorische Ressourcen“ gebündelt. Speziell eingesetzte Kräfte hätten die betroffenen Vorgänge systematisch aufgearbeitet und vollständig in die statistischen Systeme überführt. Damit sei es gelungen, die Erfassungsrückstände umfassend abzubauen und die Datengrundlage der Polizeilichen Kriminalstatistik wieder zu stabilisieren. Für das Jahr 2026 verspricht das Polizeipräsidium nun eine „verlässliche Datenbasis“.
Bei den Deliktsgruppen, die fallzahlenmäßig in Eschborn besonders stark vertreten sind, handelt es sich vornehmlich um einfach Diebstahlsdelikte, Sachbeschädigung, einfache Körperverletzungen sowie um Betrügereien auf Onlinehandelsportalen.
Ein Sicherheitsproblem gibt es laut Tobias Erler nicht. Über das besonders von den statistischen Bereinigungen betroffene Eschborn sagt er: „Konkret bedeutet dies für die Eschborner Bürgerinnen und Bürger: Eschborn ist nach wie vor eine sichere Stadt.“