Friedrichsdorf (fw). „Ich sehe keine Gespenster, sondern einen Geist“, rief Tante Lady Chesterby ihrer Nichte und dem Publikum entgegen. „Im Schrank sitzt ein Geist!“ Die Premiere des Winterstücks „Der Diamant von Möwenstein“ der Burgspielschar Burgholzhausen war in vollem Gange.
Von der ersten Szene an war den Schauspielern die Spielfreude anzumerken, mit der sie ihr lange erprobtes Winterstück endlich auf der Bühne der Alten Schule präsentierten.
„In dem Stück spielen 15 Schauspieler mit“, informierte Regisseur Henri Lemus, „Daher haben wir die kleine Bühne einen halben Meter nach vorne vergrößert.“ Mit den vielen Personen seien die Proben zwar anstrengend, aber in erster Linie vor allem lustig gewesen. „Es ist einfach eine tolle Gruppe, mit der es mir viel Freude bereitet hat, zusammen zu proben“, so Henri Lemus. Dieses Jahr ist die Schauspielgruppe recht gemischt. Der jüngste Schauspieler ist gerade einmal elf Jahre alt und der älteste Mitte 70. Einige haben schon viel Erfahrung auf der Bühne, andere stehen zum ersten Mal vor einem großen Publikum. Das aufgeführte Stück „Der Diamant von Möwenstein“ stammt aus seiner eigenen Feder. „Ich habe das Stück im Jahr 2005 als Schulmusical geschrieben“, erzählte Henri Lemus. „Die meisten Lieder haben wir rausgenommen, einige haben wir aber auch übernommen.“ „Dies ist außergewöhnlich für die Burgspielschar und bot eine neue Herausforderung“, erzählte Vorstandsmitglied Susanne Fleischer. „Da ich aber als Hobby auch singe, war es für mich persönlich keine große Überwindung.“
Der gelernte Theaterpädagoge Henri Lemus übernahm in diesem Jahr zum zweiten Mal die Regie des Winterstücks der Burgspielschar Burgholzhausen. Da das Stück viele Rollen besitzt, stand er diesmal auch selbst auf der Bühne. Erst sei er von dieser Idee, dem Spagat zwischen Regisseur und Schauspieler, nicht begeistert gewesen, erzählte Lemus. „Diese zwei komplett verschiedenen Rollen boten mir eine Herausforderung, brachten schlussendlich aber auch viel Spaß.“
Zum Stück: Belinda Richter hat das Schloss Möwenstein geerbt und es mit Unterstützung ihrer Tante und Kutscher Michael Brenner in ein Hotel umgewandelt. Allein das chaotische und durchgedrehte Hotelpersonal bringt sie zum Verzweifeln. Doch dann treten auch noch eine Menge skurriler Gäste auf: eine Schauspielerin mit einem Autor, ein Kunsthistoriker, ein Kommissar im Urlaub und zwei „sächselnde“ Kleinkriminelle. Dass nicht alle wegen der Erholung im Hotel sind, wird schnell klar. Für manche ist der vor sechs Jahren bei einem Überfall verschollene Möwenstein-Diamant der Grund ihrer Anwesenheit. So beginnt ein lustiges Suchspiel und ein chaotischer Kampf um den wertvollen Stein.
Weitere Aufführungen finden am Freitag und Samstag, 6. und 7. März, um 20 Uhr im Forum Friedrichsdorf statt. Karten können im Internet unter www.burgspielschar.de und an der Vorverkaufsstelle Holiday Land Reisebüro Stosius im Taunus Carré erworben werden. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 14 Euro und an der Abendkasse 16 Euro. Die Ermäßigung für Inhaber eines Seniorenpasses der Stadt Friedrichsdorf sowie Schwerbehinderte, Schüler und Studenten mit Ausweis beträgt 1,50 Euro.


