Kelkheim investiert in Trinkwasserversorgung am Zauberberg

Die natürliche Ressource Trinkwasser ist in Ruppertshain gefährdet. Deswegen übernimmt jetzt die Stadt.Foto: pixabay.com

Ruppertshain (ju) – Die Stadt Kelkheim plant eine umfangreiche Modernisierung der Wasserversorgung am Ruppertshainer Zauberberg. Grund ist eine aktuelle Wasseranalyse der bisherigen Eigenversorgung auf dem ehemaligen Klinikgelände: Der pH-Wert liegt unterhalb des Normbereichs, was zu erhöhter Korrosion in den Leitungen und möglichen Kupfer- oder Bleibelastungen führen kann. Die Stadt hat den Bezug aus Ruppertshain vorübergehend eingestellt.

Übernahme und Investition

Sowohl Magistrat als auch Stadtverordnetenversammlung stimmten mit breiter Mehrheit dafür, die Wasserversorgung zu übernehmen. Voraussetzung ist die Übertragung der Wasserrechte und Entnahmegenehmigungen auf die Stadt. Geplant ist der Kauf der Grundstücke mit den Wassergewinnungsanlagen zum Bodenrichtwert (ca. 70.000 Euro) sowie die Aufrüstung der Aufbereitungsanlagen nach Trinkwasserverordnung (ca. 400.000 Euro).

Die Stadtwerke sollen während der Übergangszeit die Versorgung über das städtische Netz sicherstellen. Gleichzeitig müssen Leitungsrechte eingetragen, aktuelle Bestandspläne vorgelegt und geeichte Wasserzähler installiert werden, damit ein langfristiger Betrieb gesichert ist.

Versorgungssituation und Eigentümerstruktur

Die Versorgung einzelner Flurstücke ist komplex: Links der Robert-Koch-Straße existiert eine Eigentümergemeinschaft mit rund 61 Miteigentumsanteilen (ca. 40 Eigentümer), rechts 95 Anteile auf etwa 26 Eigentümer verteilt. Historisch versorgte die CCZ GmbH & Co. KG das Gelände und speist seit 2000 zusätzlich Wasser in das städtische Netz ein.

Dringender Handlungsbedarf

Das Gesundheitsamt des Main-Taunus-Kreises drängt auf eine schnelle Lösung, um die Trinkwassersicherheit zu gewährleisten. Auch das städtische Wasserwerk zeigt grundsätzliches Interesse an der Übernahme der Gewinnungsanlagen, da Gemeinden gesetzlich verpflichtet sind, ihre Bevölkerung ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen. Eine kurzfristige Noteinspeisung über eine alte Einspeisestelle Am Rosenwald könnte die Versorgung innerhalb von sechs bis acht Wochen sicherstellen.

Ausblick

Der Zustand des bestehenden Versorgungsnetzes ist noch unklar, sodass derzeit nicht abgeschätzt werden kann, welche weiteren Investitionen nötig sind. Auch die Frage, ob Wasserbeiträge für einen erstmaligen Anschluss erhoben werden können, ist offen. Ziel der Stadt ist es, die Wasserversorgung langfristig zu sichern, die Anlagen zu modernisieren und die Trinkwasserqualität zuverlässig zu gewährleisten.



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