Leserbrief

Hornau-West

Unser Leser Wolfgang Menz, Kelkheim, schreibt zur Diskussion um „Hornau-West“ und nimmt Bezug auf den Leserbrief von Börries Kübel

Ich stimme Ihrem Leser Börries Kübel zu, dass – unabhängig von dessen Vorschlag zur Straßenführung – jedenfalls eine Verbindung von Fischbach zur B8 notwendig ist. Hierfür spricht insbesondere eine erhebliche Entlastung des innerstädtische Verkehrs. Die bisherige Verkehrsregelung führt den Verkehr kilometerlang mitten durch die Innenstadt, das heißt über die Frankenallee bzw. Frankfurter Straße mit voller Wohnbebauung nach Fischbach. Hiervon sind der gesamte Innenstadtbereich als auch Teile von Münster betroffen. Hinzu kommt der halbstündig geschlossene Bahnübergang Kelkheim Mitte, der regelmäßig zu kilometerlangen Staus mit Lärm- und Abgasbelästigungen führt.

Diese, seit Jahrzehnten bestehende und erhebliche Teile der Bevölkerung belastende Auswirkung des Straßenverkehrs könnte durch die genannte Verbindung von der B8 zur Fischbacher Straße eine erhebliche Entlastung erfahren.

Für Fischbach würde sich nichts ändern, da der Verkehr dort sowieso vorhanden und es nicht ersichtlich ist, inwieweit der Weg über den Gagernring mehr Verkehr in die Fischbacher Richtung generieren sollte.

Demgegenüber ist die massive Entlastung für weite Teile der Innenstadt und Münster mit den Händen greifbar. Deshalb sind auch die negativen Auswirkungen für einen kleineren Teil der Anwohner des Gagernrings wie auch der Natur hinzunehmen.

Ich bin weder von der einen noch von der anderen Wegeführung betroffen, störe mich aber zunehmend daran, dass in den letzten Monaten nahezu ausschließlich Ausbaugegner zu Wort kommen. Jede neue Verkehrsführung hat zur Folge, dass es Gewinner und Verlierer gibt. Es ist Aufgabe des Parlaments, nach sorgfältiger Abwägung der Argumente eine Entscheidung zu fällen. Deren gewählte Mitglieder opfern einen wesentlichen Teil ihrer Freizeit, engagieren sich unentgeltlich und ohne eigene Interessen für die Allgemeinheit. Sie haben es nicht verdient, dass ihre Tätigkeit in Leserbriefen als „Schande“ bzw. „hochgradig unredlich“ bezeichnet wird.

Es wäre wünschenswert, wenn sich aus der Mehrheit des Kelkheimer Parlaments ein Mitglied fände, in dieser Zeitung die für eine Verbindung sprechenden Gründe aufzuführen, damit in dieser Zeitung nicht nur die Argumente des Bürgerbegehrens erwähnt werden.

Vielleicht sollte auch ein von dem Bürgerbegehren seit langer Zeit verwendetes, reißerisches Plakat mit einer lärmgeplagten, schreienden Frau einen passenderen Standort finden: an der von Wohnbebauung umgebenen Kreuzung am Bahnhof Kelkheim-Mitte.



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