Hofheim (iba) – „Sie sind Vorbilder im ehrenamtlichen Engagement und bringen mit ihrem Einsatz den Kreis weiter.“ So würdigte Landrat Michael Cyriax am Donnerstag der vergangenen Woche vier Bürger aus dem Main-Taunus-Kreis, die für ihr jahrzehntelanges Wirken vom Land Hessen ausgezeichnet wurden. Drei von ihnen seien auf ihren jeweiligen Feldern „Garanten für Sicherheit“, ein weiterer wurde für seinen Einsatz im Sport geehrt. In einer Feierstunde im Plenarsaal des Landratsamtes in Hofheim überreichteCyriax den Hessischen Verdienstorden am Bande an Franz-Josef Eckert sowie den Landesehrenbrief an Bernd Stippler, Ludger Schader – und den Kelkheimer Jürgen Moog.
„Wir wollen heute Menschen ehren, die ihre Freizeit opfern, regelmäßig an Wochenenden und an Feiertagen arbeiten“, so Cyriax weiter. „Das nehmen wir meist als selbstverständlich hin – das ist es aber nicht!“
Hessischer Verdienstordenfür Eckert
Der Hessische Verdienstorden, den Franz-Josef Eckert erhielt, ist nach den Worten des Landrates eine ganze besondere Auszeichnung: Durchschnittlich werden pro Jahr landesweit nur rund 20 dieser Ehrungen verliehen. Zudem hat das Land die Anzahl der Geehrten begrenzt: Es dürfen jährlich nur noch 2000 lebende Menschen die Auszeichnung tragen: „Das zeigt, wie herausgehoben diese Würdigung ist.“
Der Flörsheimer wurde für seinen Einsatz beim Deutschen Roten Kreuz geehrt. Durch einen Erste-Hilfe-Kurs 1969 kam er zum DRK, seit 1977 ist er im Rettungsdienst tätig. Er hat seit langem Vorstandspositionen im Ortsverein Flörsheim und ist bis heute dessen Geschäftsführer. Er war maßgeblich beteiligt an der Gründung einer Sonder-Einsatz-Gruppe (SEG), welche die Gefahrenabwehr im Kreis unterstützt. Zudem wirkte er mehr als 40 Jahre an den Flörsheimer Ferienspielen mit. „Sein jahrzehntelanger Einsatz ist gelebte Verlässlichkeit und Begeisterung über Generationen”, fasste Cyriax zusammen. „Er hat mit seinem großen Engagement Vieles bewegt, das Rote Kreuz in Flörsheim vorangebracht und ist stets im Einsatz für die Sicherheit von Menschen im Kreis.”
Drei Landesehrenbriefe
Bernd Stippler aus Hofheim wurde für sein Engagement beim Technischen Hilfswerk (THW) ausgezeichnet. Unter anderem sichert er als Vorsitzender der THW-Helfervereinigung die Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen, leitet Einsätze und sorgt für die Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Organisationen. Für sein Engagement bei Katastropheneinsätzen erhielt er zweimal die Bundesflutmedaille. „Sein Beispiel zeigt, wie wichtig das Ehrenamt für die Sicherheit ist”, so Cyriax. „Sein Netzwerken macht auch deutlich: Bevölkerungsschutz ist Teamarbeit.“
Der Flörsheimer Ludger Schader erhielt den Ehrenbrief für seine Tätigkeit beim Ruderverein. Der heutige Erste Vorsitzende hat die Sparte “Drachenboot” im Verein ins Leben gerufen und im Jahr 2008 den Flörsheimer Drachenbootcup mit initiiert; noch heute organisiert er ihn mit. Er habe „aus einer Idee eine Tradition gemacht”, erläutert der Landrat. „Der Drachenbootcup zeigt, wie Sport Menschen am Ort zusammenbringt und jenseits körperlicher Leistung Freude schafft.“
Farbleitsystem, Museum, Chor
Jürgen Moog aus Kelkheim ist auf verschiedenen Feldern engagiert. Im Main-Taunus-Kreis setzt sich der frühere Leiter der Polizeidirektion für die Prävention ein und hat auch den Präventionsrat Main-Taunus maßgeblich vorangetrieben. Darüber hinaus engagiert er sich beim Polizeichor Frankfurt und beim Museumsverein Kelkheim. „Er hat sich um die Sicherheit im Kreis verdient gemacht und leistet mit seinem Kelkheimer Engagement einen wichtigen Beitrag zur Festigung der heimatlichen Identität”, fasste der Landrat zusammen. „Dank Ihnen sind wir bundesweit bekannt geworden, unter anderem durch ihr Farbleitsystem.“ Besagtes Farbleitsystem (FLS) wurde in der Folge des Amoklaufes von Winnenden 2009 konzeptioniert, Moog, Dejan Pavlovic (Designer) und Peter Nicolay (Geschäftsführer des Präventionsrates des Main-Taunus-Kreises) waren seinerzeit federführend bei der Implementierung in vielen Schulen, inzwischen auch im gesamten Bundesgebiet.
Zudem leitete Moog von 2017 bis 2024 den Museumsverein Kelkheim, damals löste er den langjährigen Leiter Rüdiger Kraatz ab. Es gebe laut Cyriax mehrere Gründe, warum die Menschen gerne im Main-Taunus-Kreis leben, einer davon sei nun einmal die Heimatpflege.
Ein Kelkheimer Polizistim Herzen von Europa
Der Geehrte selbst hatte auch eine kleine Rede vorbereitet, bedankte sich bei seinen Mitstreitern, beim Landrat, beim Kelkheimer Stadtrat Dirk Hofmann und beim Kelkheimer Bürgermeister Albrecht Kündiger, die extra aus Kelkheim gekommen waren – wies dann aber auch auf einen Aspekt seiner Tätigkeiten hin, der ihm offenbar sehr wichtig ist:
„Natürlich bedanke ich mich für diese Auszeichnung, allerdings mit einer kleinen Anmerkung: Das mit dem Polizeichor kam mir doch etwas zu kurz. Immerhin haben wir 2001 die Frankfurter Oper ausverkauft, und das innerhalb von ein paar Wochen.“
Außerdem ist zumindest ein Lied des Polizeichores über die hessischen Landesgrenzen hinaus sehr bekannt: Bei jedem Heimspiel der Frankfurter Eintracht wird „Im Herzen von Europa“ im Stadion gespielt und von 50.000 Fans mitgesungen, selbst wenn man Moog also nicht persönlich kennt – man kann ihn regelmäßig im Stadion hören.
Der ausgewiesene Fußballfan und Hobby-Schiedsrichter Kündiger bedankte sich ebenfalls bei Moog und würdigte dessen ehrenamtliches Engagement: „Ich finde es toll, wie Sie sich für das Museum engagiert haben und weiterhin engagieren. Sie haben dafür gesorgt, dass das Thema nicht ‚politisch beerdigt‘ wird, sondern weiterhin auf jedermanns Radar ist. Das ist wichtig, seien Sie bitte weiterhin mit Nachdruck an dem Thema dran.“
Und eine sportliche – wenngleich nicht ganz ernst gemeinte – Bitte hatte Kündiger auch noch: „Wenn Sie jetzt vielleicht noch dafür sorgen könnten, dass die Eintracht wieder ein bisschen besser Fußball spielt...?“
Diesen Wunsch konnte Moog zwar nicht erfüllen, bedankte sich aber nochmals bei allen Helfern und Mitstreitern und nahm anschließend noch ein kleines Geschenk entgegen, das ihm Kündiger und Hofmann mitgebracht hatten.