Liebelei im Wald: Eichhörnchen auf Partnersuche

Foto: Matthias Kost/Pixabay

­NABU bittet um Rücksichtnahme auf balzende Pärchen

Hessen (bs) – Schon im Winter beginnt in unseren Wäldern das große Toben: Im Januar fängt bei den Eichhörnchen die Balzzeit an. Die kleinen Kletterexperten sind nun flink und teils lautstark von Baum zu Baum unterwegs. Denn im Januar und Februar ist Paarungszeit bei den rotbraunen Nagern mit dem buschigen Schwanz und den Pinselohren. Dann wird gequietscht und gebrummt, um unliebsame Konkurrenten zu vertreiben. Es gibt aufregende Verfolgungsjagden durchs Geäst, um den Baumstamm herum und sekundenschnell hoch oder Kopf voraus herunter. Die flinken Kletterer profitieren von Wäldern mit vielfältigen Strukturen. Deshalb sind naturnahe Wälder und eine möglichst lückenlose Vernetzung durch Heckenstreifen und Baumalleen für Eichhörnchen besonders wichtig.

In der Familienzeit nicht stören­

Eine Familie zu gründen, ist anstrengend. Jetzt in der Fortpflanzungszeit brauchen Eichhörnchen daher besonders viel Rücksichtnahme. Bei Spaziergängen, auch mit Hunden, sollte man aufmerksam sein: „Fühlt sich ein Tier gestört, schlägt es mit dem Schwanz, muckert lautstark und harkt mit den Vorderbeinen auf die Rinde. Das sind eindeutige Anzeichen, dass sich das Tier gestört fühlt und man sich besser zurückziehen sollte“, erklärt Maik Sommerhage, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Wer Eichhörnchen beobachtet, kann bei der Bürgerwissenschaft mitmachen und seine Beobachtungen im Meldeprotal NABU-Naturgucker eintragen. Die Daten helfen dabei, mehr über das Vorkommen von Eichhörnchen in Hessen zu erfahren.

Nachwuchs für Familie Eichhorn­

Dem Duft der Weibchen folgen oftmals gleich mehrere Eichhörnchen-Männchen. Sie jagen teils lautstark und mitunter stundenlang einem paarungsbereiten Weibchen hinterher. Ist die Paarung geglückt, wird hoch oben im Baum ein geräumiges, kugeliges Reisignest namens Kobel als Familiendomizil gebaut. „Im März kommen nach fünf Wochen Tragzeit meist vier Jungen nackt und blind zur Welt. Um sie kümmert sich die Eichhörnchen-Mutter allein für die nächsten zehn Wochen, bis die kleinen Waldbewohner selbstständig sind. In diesem Alter kann der Nachwuchs bereits sicher klettern“, sagt Sommerhage.

Viel Futter, viel Nachwuchs­

In futterreichen Jahren folgt mitunter ein zweiter Wurf im Sommer. In der Natur fressen Eichhörnchen vor allem Baumsamen von Nadelbäumen wie Kiefern, Fichten und Lärchen.

Auch Pilze, Beeren und Nüsse stehen auf ihrem Speiseplan. Eichhörnchen in der Stadt kann man im Winter zusätzlich Futtermischungen aus Sonnenblumenkernen, Erdnüssen, Mais und Weizen, Hasel- und Walnüssen, Bucheckern, Kastanien, frischem Obst sowie Karotten anbieten. „Die Mischung ist wichtig, weil das alleinige Füttern von Erdnüssen, Eicheln oder Rosinen für die Hörnchen ungesund ist“, empfiehlt Sommerhage.

Eichhörnchen legen im Herbst Futterdepots an, die jedoch nur für kurze Zeit ausreichen. Sie müssen während ihrer Winterruhe daher täglich den Kobel einige Stunden zur Nahrungssuche verlassen.

Lange Schlechtwetterperioden mit Sturm, starkem Schneefall und Dauerregen zwingen sie, im Kobel zu bleiben, wo sie im Ernstfall verhungern können.



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